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08.08.2012

18:42 Uhr

Media-Saturn und Metro

Schiedsgericht bringt kein Ergebnis

Der juristische Streit um Mitbestimmungsrechte bei Media-Saturn zwischen Metro und Firmengründer Erich Kellerhals geht weiter. Ein Schiedsgerichtsverfahren brachte kein klares Ergebnis.

Seit mehr als einem Jahr tobt um Media Markt und Saturn ein Machtkampf. Der Handelskonzern und Mehrheitseigner Metro kann wegen Vetorechten der Gründer nicht durchregieren. Und das Management sitzt zwischen den Fronten. dpa

Seit mehr als einem Jahr tobt um Media Markt und Saturn ein Machtkampf. Der Handelskonzern und Mehrheitseigner Metro kann wegen Vetorechten der Gründer nicht durchregieren. Und das Management sitzt zwischen den Fronten.

DüsseldorfIm Machtkampf um Europas größten Elektronikhändler Media-Saturn zwischen dem Handelsriesen Metro und Firmengründer Erich Kellerhals hat sich einem Kellerhals-Sprecher zufolge keine der beiden Parteien in einem Schiedsgerichtsverfahren gänzlich durchsetzen können.

„Das Schiedsgericht hat keiner Partei vollständig Recht gegeben“, sagte ein Sprecher der Kellerhals-Beteiligungsgesellschaft Convergenta am Mittwoch. Der Düsseldorfer Handelsriese könne Media-Saturn aber auch nach dem Schiedsspruch „nicht gegen den Willen der Gründer steuern“.

„Im Kern hat sich das Schiedsgericht in den für uns relevanten Punkten positiv für Metro geäußert“, betonte dagegen ein Metro-Sprecher. „Dazu zählt insbesondere, dass der Beirat mit einfacher Mehrheit über wesentliche unternehmerische Sachverhalte entscheiden kann“, betonte er.

Metro und Media-Saturn-Gründer Kellerhals liegen bei der Elektrohandelskette seit langer Zeit im juristischen Streit. Neben dem Schiedsgericht muss auch das Oberlandesgericht München entscheiden. Für den Düsseldorfer Handelsriesen steht dabei viel auf dem Spiel.

Im ungünstigsten Fall kann Metro-Chef Olaf Koch die Tochter nicht mehr wie bisher voll in die Bücher nehmen - und der Metro-Aktie droht ein Abstieg aus dem deutschen Spitzenwerte-Index Dax.

Metro hält 75,41 Prozent an der Media-Saturn-Holding, der Milliardär Erich Kellerhals über 21 Prozent. Metro sollte mit dem Mehrheitsanteil eigentlich das Sagen bei Media Markt und Saturn haben, die im vorigen Jahr mehr als 20 Milliarden Euro zum Umsatz des Konzerns von 66,7 Milliarden Euro beitrugen.

Doch der Düsseldorfer Handelsriese kann bei seiner Ingolstädter Tochter ohne Kellerhals nichts ausrichten, denn im Gesellschafterausschuss können wichtige Entscheidungen nur mit einer Mehrheit von 80 Prozent gefällt werden. Metro hatte deshalb einen Beirat eingerichtet, der mit einfacher Mehrheit entscheiden soll.

Von

rtr

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