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11.10.2011

07:18 Uhr

Medienbericht

Air Berlin schenkte Politikern satte Boni

Topbonus-Karten, die mehr Komfort und stattliche Rabatte bei Flugreisen versprechen, haben Bundestagsabgeordnete Anfang 2010 von der Fluggesellschaft Air Berlin erhalten. Transparency International verlangt Aufklärung.

Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen. dapd

Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen.

FrankfurtDie Fluggesellschaft Air Berlin hat einem Pressebericht zufolge Bundestagsabgeordneten mit Bonuskarten beschenkt. Die Topbonus-Karten Gold seien den Abgeordneten im Januar 2010 mit einem Schreiben des damaligen Firmenchefs Joachim Hunold geschickt worden, berichtete die „Frankfurter Rundschau“ (Dienstagsausgabe).

In dem Brief heißt es laut dem Blatt, Air Berlin wünsche den Parlamentariern „eine glückliche Hand bei allen Ihren politischen Entscheidungen“ des neuen Jahres, und weiter: „Für uns ist die Unterstützung durch die Politik in Deutschland von großer Bedeutung“.

Laut dem Blatt werden in dem Schreiben auch die Vorteile der Karte aufgezählt: Dazu gehören Sitze mit mehr Beinfreiheit, 40 Prozent Bonus auf alle gesammelten Meilen sowie eine bevorzugte Abfertigung. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Air Berlin ausgewählte Prominente und ihre Familien kostenlos befördert hat. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft schreibt seit 2008 rote Zahlen.

Wie viele Politiker die Karten nutzten, ist nicht bekannt. Zu Kundendaten könne Air Berlin keine Auskunft geben, sagte Sprecherin Yasmin Born dem Blatt. Der Chef der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International, Christian Humborg, forderte: „Der Bundestagspräsident, der die dienstlichen Bonuskonten der Abgeordneten verwaltet, sollte die Anzahl der Abgeordneten offen legen“. Diese Art von Annehmlichkeiten seien der „Nährboden für spätere Lobbyaktivitäten“, sagte Humborg der „Frankfurter Rundschau“. Er erinnerte daran, dass normale Kunden der Fluglinie die Vorteile erst „nach 40.000 Statusmeilen“ erlangten.

Von

afp

Kommentare (4)

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PRhodan

11.10.2011, 08:43 Uhr

Wer hat dann da wieder gepetzt? Das sei unseren ach so unterbezahlten Volksvertretern doch mal gegönnt, aber hoffentlich mussten sie nicht den gleichen Fraß zu sich nehmen, mit dem der mitfliegende Pöbel abgespeist wird. Der größere Komfort wie erhöhte Beinfreiheit hätte doch eigentlich auch die Durchblutung des Gehirns fördern müssen. Da war im Vorfeld der Abstimmung zum ESFS aber überhaupt nichts zu verspüren. Nicht nur die 4 oder 5 Abgeordneten, die zu den Summen von Fernsehjournalisten befragt wurden, hatten auch nur die geríngste Ahnung, es sollen alle rd. 25 befragten Abgeordneten davon keinerlei Vorstellung gehabt haben. Aber als Entschuldigung kann vielleicht gelten, dass es hier schließlich nicht um existenzielle Fragen wie Diätenerhöhung ging.

JaRi

11.10.2011, 08:58 Uhr

War ja zu erwarten das Herr Hunold sich so Freunde macht. Übrigens:
Die Presse bekommt genauso ungerechtfertigte Rabatte, was daurchaus eine Erklärung für die jahrelange gute Berichterstattung über ein Fast-insolventes Unternehmen sein könnte...

spielgeld

11.10.2011, 10:20 Uhr

mit einem Transparenten Wirtschaftssystem wäre Schluß mit den ganzen "Zuwendungen". Aus dem Buch Spielgeld - ein neues Wirtschaftssystem.

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