Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.06.2013

12:31 Uhr

Medienbericht

Bahn gegen Hochwassserschäden nicht versichert

Das kann teuer werden: Offenbar aus Spargründen hatte Ex-Bahn-Chef Mehdorn eine Versicherung gegen Flutfolgen gekündigt. Im Aufsichtsrat herrscht großer Unmut – die Schadenssumme liegt bei über 200 Millionen Euro.

Gegen Flutfolgen ist die Deutsche Bahn wohl nicht mehr versichert. ap

Gegen Flutfolgen ist die Deutsche Bahn wohl nicht mehr versichert.

HamburgDie Deutsche Bahn rechnet einem Magazinbericht zufolge nach dem jüngsten Hochwasser mit Schäden von mehr als 200 Millionen Euro, ist aber nicht mehr gegen die Flutfolgen versichert. Diese Nachricht habe der Bahn-Vorstand vergangene Woche dem Aufsichtsrat überbracht, berichtete der "Spiegel" am Sonntag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Demnach hatte der frühere Bahn-Chef Hartmut Mehdorn die Versicherung 2007 aus Kostengründen gekündigt, sein Nachfolger Rüdiger Grube verfolgte die Sparstrategie weiter.

Im Bahn-Aufsichsrat herrsche deshalb Unmut, heißt es weiter in dem Bericht. "Die Bahn weiß genau, dass am Ende eh der Bund bezahlt, da hat sie sich die Ausgaben wohl einfach gespart", zitierte das Magazin ein namentlich nicht genanntes Mitglied. Schließlich habe die Regierung nach der verheerenden Flut 2002 zugesagt, niemand solle hinterher schlechter dastehen als vorher. "Das galt ja auch für die Bahn".

Ein anderer Aufsichtsrat sagte demnach: "Das ist typisch Bahn: Wenn es schlecht läuft, ist sie ein Staatskonzern, wenn es gut läuft, ein unabhängiges Unternehmen."

Laut "Spiegel" begründete die Bahn den Verzicht auf eine Versicherung nach Angaben von Sitzungsteilnehmern mit den hohen Prämien. So habe der Schutz pro Jahr rund 23 Millionen Euro gekostet, die maximale Versicherungssumme aber nur bei 100 Millionen Euro gelegen.

„Es gibt keinen generellen, expliziten Versicherungsschutz gegen Hochwasserschäden“, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag auf dpa-Anfrage. Eventuell wären manche Schäden aber über bestehende andere Policen abgesichert, so der Sprecher weiter. Dies und auch die Höhe der Schäden würde derzeit noch geprüft und bewertet.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Zugfuehrer

23.06.2013, 11:11 Uhr

So einer Panne ist nicht zu versicheren , wenn die Bahn ihre zuege im wasser stehen laestt. Schadenvorbeugung ???

Account gelöscht!

23.06.2013, 11:13 Uhr

"Laut "Spiegel" begründete die Bahn den Verzicht auf eine Versicherung nach Angaben von Sitzungsteilnehmern mit den hohen Prämien. So habe der Schutz pro Jahr rund 23 Millionen Euro gekostet, die maximale Versicherungssumme aber nur bei 100 Millionen Euro gelegen."

Dann ist die Kündigung auch vollkommen in Ordnung. Man hätte nur Rückstellungen über die Jahre für Naturkatastrophen machen müssen. Da liegt der Fehler. Dann wären die 200 Millionen auch problemlos auf der hohen Kante. Aber es ist wie so oft: Rückstellungen drücken das Konzernergebnis. Der Vorstand will das grundsätzlich nicht. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass er zu der Zeit noch im Amt ist, sehr gering. Somit kündigt er die Versicherung UND macht keine Rückstellungen. Steht aber mit neuem "Rekordergebnis" grinsend in der Zeitung und erzählt über sein "Erfolgsgeheimnis". Nachhaltiges Management sieht anders aus. Aber es ist, wie es ist, die Manager werden dafür eh nicht belangt werden. Vermutlich werden Mitarbeiter raus geworfen um mit Einsparungen das wieder rein zu holen oder der Bund und damit wir alle werden angezapft. Zumindest, das muss man lobend erwähnen, fürt die Bahn ihre Gewinne an den Bund ab. Bis zur Privatisierung. Aber dann wirds genau so weiter gemacht. Wetten?

Otto

23.06.2013, 11:28 Uhr

Herr Mehdorf hat es nur zur Ertragsverbesserung gemacht. Damit steigt auch sein Gehalt. Nur das ist sein Antrieb. Man muß dann nur rechtzeigt das sinkende Schiff verlassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×