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24.03.2012

14:56 Uhr

Medienbericht

Bahn verfehlt operatives Gewinnziel nur knapp

Zwar hinken die Margen den Vorkrisenwerten hinterwehr, der Umsatz für das Jahr 2011 bricht bei der Deutschen Bahn aber alle Rekorde. Einzig der Güterverkehr auf der Schiene ist noch nicht so profitabel wie erhofft.

In der DB-Zentrale in Berlin dürfte die Freude über den Umsatz 2011 groß sein. dpa

In der DB-Zentrale in Berlin dürfte die Freude über den Umsatz 2011 groß sein.

FrankfurtDie Deutsche Bahn hat ihre eigene Planung für den operativen Gewinn einem Bericht zufolge im vergangenen Jahr nur knapp verpasst. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdiente der Konzern 2,31 Milliarden Euro und damit 24 Prozent mehr als noch im Vorjahr, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstagausgabe) unter Berufung auf Informationen aus dem Aufsichtsrat berichtete. Die Zielvorgabe des Vorstands habe bei 2,38 Milliarden Euro gelegen. Am Donnerstag (29.3.) will die Bahn ihre Geschäftszahlen für 2011 in Berlin vorlegen.

Trotz der guten Entwicklung liege die Bahn mit dem operativen Ergebnis immer noch unter Vorkrisen-Niveau. Dagegen habe der Umsatz mit 37,9 Milliarden Euro einen neuen Rekord markiert.

Zu dem Ergebnissprung hätten fast alle Sparten beigetragen, hieß es. Logistik, Nah- und Fernverkehr sowie das Schienennetz hätten den Ertrag gesteigert. Lediglich der Schienengüterverkehr habe Schwächen gezeigt. „Die Güterbahn bringt noch nicht das, was wir erwarten“, zitierte die Zeitung aus Bahnkreisen. So sei DB Schenker Rail trotz guter Auftragslage und Transportmengen auf Vorkrisenniveau bei schrumpfenden Margen auf 32 Millionen Euro Betriebsgewinn gekommen. Im Vorjahr waren es zwölf Millionen gewesen.

Der operative Gewinn 2011 verfehlte nur hauchdünn die Vorgaben. (Im Bild: Rüdiger Grube) APN

Der operative Gewinn 2011 verfehlte nur hauchdünn die Vorgaben. (Im Bild: Rüdiger Grube)

Probleme bereiteten der Güterbahn dem Bericht zufolge vor allem die hohen Fixkosten. So seien die Strompreise hier seit 2007, dem Jahr vor der Krise, um 23 Prozent gestiegen. Trassen kosteten inzwischen elf Prozent, Personal 18 Prozent mehr. Daraus habe sich allein 2011 eine Mehrbelastung von 200 Millionen Euro ergeben.

Vorstandschef Rüdiger Grube kritisierte zudem Forderungen der EU zur Trennung von Netz und Betrieb scharf. Er räumte zwar ein, dass eine starke Regulierung nötig sei, erklärte aber zugleich: „Ich weiß überhaupt nicht, wieso sich Brüssel das Recht herausnimmt zu meinen, dass aufgesplittete Bahnunternehmen erfolgreicher seien. Das Gegenteil ist der Fall“, sagte der Bahnchef der Nachrichtenagentur dapd.

Einen Bericht der „Financial Times Deutschland“, wonach der Konzern mit seinem Netz 2011 einen Gewinn von rund 331 Millionen Euro gemacht habe, wollte Grube nicht kommentieren. Die „FAZ“ berichtete, dass das Ebit der Infrastruktursparte aus Netz und Bahnhöfen von 818 auf 941 Millionen Euro gestiegen sei.

Von

dapd

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