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08.04.2012

10:31 Uhr

Medienbericht

Das Massensterben der Eckkneipen

Seit 2001 hat einem Zeitungsbericht zufolge jede vierte Kneipe schließen müssen - im bundesweiten Durchschnitt. Während auf Land die Gastronomie zusehends ausstirbt, sticht Berlin mit fast dreistelligem Wachstum hervor.

Ob's am Rauchverbot liegt? Viele Kneipen mussten seit 2001 schließen. dpa

Ob's am Rauchverbot liegt? Viele Kneipen mussten seit 2001 schließen.

BerlinSeit 2001 musste in Deutschland einem Pressebericht zufolge jede vierte Gaststätte schließen. Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes und eigene Berechnungen berichtete, sank bundesweit die Zahl der Schankwirtschaften zwischen 2001 und 2010 von knapp 48.000 auf 36.000. Besonders stark betroffen waren demnach die Länder Hamburg mit einem Minus von 48 Prozent und Niedersachsen mit einem Rückgang von 41 Prozent. Lediglich in Baden-Württemberg (plus 15,3 Prozent) und Berlin stieg die Zahl der Kneipen - in der Hauptstadt allerdings um fast 96 Prozent.

„Mit dem Wirtshaus verschwindet eine Einrichtung mit hohem sozialen und kulturellen Stellenwert aus den Gemeinden“, warnte Florian Kohnle von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. In rund 500 von 2200 bayerischen Gemeinden gebe es mittlerweile überhaupt keine Gaststätte mehr. Als Ursachen nannte Kohnle den Bevölkerungsrückgang auf dem Land, den Zuwachs an Mobilität, Veränderungen von Arbeitswelt und Freizeitverhalten und die Konkurrenz durch Vereinsheime.

Die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges, beklagte eine Verzerrung des Wettbewerbs durch die Vereinsheime. In vielen Vereinsheimen herrsche inzwischen ein beinahe professioneller Barbetrieb - unversteuert und ohne behördliche Auflagen. „Wo es einen laufenden gastronomischen Betrieb in festen Räumlichkeiten gibt, sollen die Vereine bitte auch eine Konzession beantragen“, forderte Hartges in der „Welt am Sonntag“.

Kommentare (21)

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Querbanker

08.04.2012, 10:47 Uhr

Wieder ein Beispiel, in dem aufgezeigt wurd, welche überregulierung es in unserem Land gibt. Da benötigt man Konzessionen zum Betrieb, für die Stühle im Aussenbereich usw. alles natürlich gegen Gebühr.
Geld kommt herein, weil viele Wirte Arbeitszeiten von 10.00 Uhr vormittags bis 1 Uhr morgens haben.
Dafür kontrollieren dann die Finanzämter ob auch jedes halbe Glas Bier ordentlich verbucht wird. Die gleichen Beamten die zum fressen und Saufen in die Kneipe gehen, ruinieren den Berufsstand.

RD1

08.04.2012, 11:02 Uhr

Kann ich nur zustimmen.
Überregulierung ist das Stichwort!
Da lieb ich doch meine Urlaube in Asien. In der frischen Luft bis morgens um 4.

Jochen

08.04.2012, 11:24 Uhr

Jochen

Die Schuld auf die Vereine zu schieben ist doch lächerlich. Hat jemand mal darüber nachgedacht, dass es an dem Rauchverbot liegen könnte? In meiner Heimatstadt gibt es glücklicherweise noch ein paar Raucherkneiben und oh Wunder: Diese sind jeden Abend proppevoll. Ich bin jedenfalls froh darüber, dass sich viele Bundesbürger die Lebensgewohnheiten NICHT von der Politik vorschreiben lassen.

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