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29.05.2012

11:47 Uhr

Medienbericht

Gläubiger könnten für Schlecker-Zerschlagung stimmen

Die Gläubiger der insolventen Drogeriekette Schlecker fürchten, dass sich ihre Schäden weiter auswachsen. In ihrer Nervosität könnten sie für eine Zerschlagung des Unternehmens stimmen, obwohl es Kaufinteressenten gibt.

Ein Passant geht an einer Schlecker-Filiale in Berlin vorbei. Reuters

Ein Passant geht an einer Schlecker-Filiale in Berlin vorbei.

Ehingen/HamburgWegen zu hoher Risiken könnten die Gläubiger der insolventen Drogeriekette Schlecker einem Medienbericht zufolge für die Abwicklung des Unternehmens stimmen. Der größte Gläubiger und Versicherer Euler Hermes habe Warenlieferungen an Schlecker von rund 300 Millionen Euro abgesichert, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag. Die Entscheidung über die Zukunft Schleckers hänge vor allem von ihm ab.

Für den Gläubiger bestehe etwa das Risiko, dass bestehende Waren deutlich unter dem Marktwert an einen Investor verkauft werden könnten, hieß es in dem „FTD“-Bericht unter Berufung auf Branchenkreise. Ein weiteres Risiko sei, dass als Sicherheit ausgegebene Grundstücke nicht oder zu einem für die Gläubiger unattraktiven Preis verkauft werden könnten. In diesen Fällen sei der Schaden für den Versicherer höher als bei einer Zerschlagung.

Am vergangenen Freitag hatten die drei größten Schlecker-Gläubiger Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eine letzte Galgenfrist von einer Woche gegeben, um einen Investor mit belastbarem Angebot zu präsentieren. Gelingt ihm dies bis Freitagvormittag (1. Juni) nicht, wird der Betrieb bei Schlecker eingestellt. Das würde auch das Aus für mehr als 14 300 Mitarbeiter bedeuten. Geiwitz verhandelt eigenen Angaben zufolge derzeit mit zwei Investoren.

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hatte Gespräche mit Geiwitz bestätigt. Medienberichten zufolge hat Berggruens Holding bisher einen Kaufpreis für Schlecker zwischen 100 und 150 Millionen Euro geboten. Mehrere Zeitungen berichteten, auch US-Investor Cerberus sei an der Drogeriekette interessiert.

Von

dpa

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