Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2014

07:17 Uhr

Medienbericht

Kirche will Weltbild und Hugendubel retten

Offenbar planen die Bistümer München und Augsburg eine Rettungsaktion für Weltbild. Die Kirchenmänner wollen demnach 35 Millionen Euro investieren. Tausende Arbeitsplätze könnten gerettet werden.

Eine Filiale der kirchlichen Verlagsgruppe Weltbild: Das Unternehmen hatte seit längerem keine Gewinne mehr erwirtschaftet. Grund dafür war nach Unternehmensangaben die Umstellung zu einem Online- und Digitalgeschäft. dpa

Eine Filiale der kirchlichen Verlagsgruppe Weltbild: Das Unternehmen hatte seit längerem keine Gewinne mehr erwirtschaftet. Grund dafür war nach Unternehmensangaben die Umstellung zu einem Online- und Digitalgeschäft.

MünchenDie Bistümer München-Freising und Augsburg planen nach Medieninformationen eine Rettungsaktion, um den Weltbild-Verlag und seinen Partner Hugendubel vor drastischen Folgen der Weltbild-Insolvenz zu schützen. Die beiden Bistümer wollen laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe) zusammen 35 Millionen Euro investieren, um tausende Arbeitsplätze bei Weltbild und Hugendubel zu erhalten. Damit sollten sowohl die Weltbild GmbH als auch die Deutsche Buch Handels GmbH (DBH) am Leben gehalten werden, die beide 50 Prozent am deutschlandweit tätigen Buchhändler Hugendubel halten.

Weil aufgrund der engen Verflechtung von Weltbild und Hugendubel in der DBH weitere Schwierigkeiten der Weltbild GmbH auch schwerwiegende Folgen für den Partner nach sich ziehen könnten, ist nach „SZ“-Informationen geplant, Hugendubel aus diesem engen Verbund herauszulösen und mithilfe der Banken und der Kirche ein Sanierungskonzept für die DBH durchzusetzen. Das Erzbistum München-Freising habe bereits diese Woche 20 Millionen Euro aus dem Vermögen freigemacht, Augsburg wolle einen Massekredit in Höhe von 15 Millionen Euro an die Insolvenzverwaltung geben.

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen

Eine erste Tranche soll dem Bericht zufolge offenbar noch in dieser Woche angewiesen werden. Hierfür verlange das Erzbistum von Hugendubel Sicherheiten, die demnach in wenigen Wochen wieder wegfallen sollen, sobald die Kirche das DBH-Sanierungskonzept geprüft hat und die restliche Summe überweist. Diesem Gesamtkonzept sollen die Banken, von denen viele auch Gläubiger von Weltbild seien, laut „SZ“ bereits diese Woche zugestimmt haben. Unklar sei, ob Hugendubel einen Investor mitbringe, mit dessen Hilfe das Unternehmen größere Anteile der DBH übernehmen könnte.

Die in Augsburg ansässige Verlagsgruppe Weltbild mit rund 6300 Beschäftigten hatte am 10. Januar Insolvenz angemeldet, nachdem die katholischen Gesellschafter eine weitere Finanzierung für die Sanierung des zweitgrößten deutschen Online-Buchhändlers abgelehnt hatten. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sagte Anfang vergangener Woche, er könne noch keine Prognose zu den Sanierungsaussichten abgeben.

Die Gesellschafter von Weltbild sind zwölf Bistümer, die Soldatenseelsorge Berlin und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD). Das Unternehmen hatte seit längerem keine Gewinne mehr erwirtschaftet. Grund dafür war nach Unternehmensangaben die Umstellung zu einem Online- und Digitalgeschäft.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ichglaubsowiesoalles

24.01.2014, 11:08 Uhr

die kirche will......
Aber doch nur, wenn die gelder aus der steurzahlerkatusche kommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×