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23.05.2014

17:08 Uhr

Medienbericht

Lufthansa wegen giftiger Dämpfe in Erklärungsnot

Ein TV-Magazin wirft der Lufthansa vor, nicht alle Vorfälle mit möglicherweise giftigen Dämpfen zu melden. Auch die Kabinengewerkschaft Ufo macht nun Druck auf die Fluggesellschaft. Die weißt die Vorwürfe zurück.

Blick in die Economy-Class eines Lufthansa-Airbusses A300-600: Angeblich gab es mindestens 125 verdächtige Fälle mit giftigen Dämpfen bei der Lufthansa, gemeldet wurden nur 29. dpa

Blick in die Economy-Class eines Lufthansa-Airbusses A300-600: Angeblich gab es mindestens 125 verdächtige Fälle mit giftigen Dämpfen bei der Lufthansa, gemeldet wurden nur 29.

Köln/FrankfurtGiftige Öldämpfe oder nur der Nagellack der Sitznachbarin? Das TV-Magazin „Monitor“ wirft der Lufthansa vor, nicht alle relevanten Vorfälle an Bord ihrer Maschinen an die Sicherheitsbehörden weiterzuleiten. Nach internen Unterlagen der Airline habe es in den Jahren 2012 und 2013 allein an Bord der Airbus-Jets vom Typ A 380 mindestens 125 Vorfälle mit möglicherweise giftigen Dämpfen gegeben, berichtet das ARD-Magazin. Davon seien nur 29 an das Luftfahrtbundesamt und die Bundesstelle für Flugsicherheit weitergegeben worden.

Man habe sich bei der Weitergabe streng an die Vorgaben der Kontrollbehörden gehalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag in Frankfurt. Die übrigen Fälle hätten nicht den gesetzlich festgelegten Meldekriterien entsprochen.

Die Vielzahl der von den Besatzungen gemeldeten Vorfälle sei auch darauf zurückzuführen, dass Lufthansa die Mitarbeiter zu Hinweisen ermutigt habe, um die Ursache zu finden. Das Phänomen werde auch wissenschaftlich untersucht. In der von Monitor genannten Zahl seien zudem Mehrfachnennungen einzelner Flüge enthalten.

Die Kabinengewerkschaft Ufo kritisierte die Lufthansa-Praxis. Nach seiner Einschätzung hätten weit mehr Vorfälle gemeldet werden müssen, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Allein in 65 Fällen hätten Kollegen gesundheitliche Symptome gezeigt. Diese Zahl nannte der Lufthansa-Sprecher nicht nachvollziehbar. Selbst in den Meldefällen sei meistens vermerkt, dass weder Crew-Mitglieder noch Passagiere in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.05.2014, 18:24 Uhr

Ich war die letzten Jahre viel unterwegs (nicht nur mit Lufthansa). Ich würde sagen, dass es in bestimmt jedem 5. Flug beim zurückstoßen aus der Warteposition ordentlich stinkt (was im Artikel wohl mit Nagellackentferner gemeint ist). Es riecht zumindest in diese Richtung allerdings noch mit einem Schuß Dieselabgas, also etwas herber...

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