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12.02.2012

23:14 Uhr

Medienbericht

Stadt Hamburg im Manöver um Hapag-Lloyd-Anteile

Die Übernahme der Reederei Hapag-Lloyd durch Investoren im Ausland soll verhindert werden. Laut Medienbericht wird die Stadt Hamburg den eigenen Anteil an der Reederei heftig anheben und schmiedet weitergehende Pläne.

Hamburg kauft angeblich im großen Stil Hapag-Lloyd-Anteile dpa

Hamburg kauft angeblich im großen Stil Hapag-Lloyd-Anteile

BerlinDie Stadt Hamburg übernimmt einem Zeitungsbericht zufolge für 420 Millionen Euro Anteile an Hapag-Lloyd und könnte damit wichtigster Anteilseigner an Deutschlands größter Reederei werden. Durch den Kauf des TUI -Aktienpaketes dürfte der Anteil Hamburgs von derzeit 23,6 Prozent auf mehr als 37 Prozent steigen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vorab ohne Angabe von Quellen.

Auf die Eckdaten hätte sich das Albert-Ballin-Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Hansestadt grundsätzlich geeinigt. Beschlüsse lägen noch nicht vor, sollten aber möglichst am Dienstag getroffen werden. Ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde hatte die Bekanntgabe über eine Einigung zuvor für Mittwoch in Aussicht gestellt.

Ein TUI-Sprecher bezeichnete die Gespräche als fortgeschritten. Die Zeitung berichtete, Kühne sei bereit, seinen Anteil von derzeit 24,6 Prozent aufzustocken. Mit 160 Millionen Euro wolle er aber deutlich weniger Geld als die Stadt in die Hand nehmen. Von den übrigen vier Hapag-Aktionären im Konsortium wollten nur zwei weitere Aktien übernehmen: Hanse-Merkur investiere 13 Millionen Euro und Signal Iduna 7 Millionen Euro.

Mittelfristig wolle Hamburg Hapag-Lloyd an die Börse bringen und sich dann zumindest von einem Teil der Aktien wieder trennen, berichtete das Blatt. Im Zuge eines Börsengangs könnte auch die TUI ihre restlichen Anteile verkaufen.

Bereits am Freitag hatten die Tui und Sprecher des Konsortiums signalisiert, dass sich der Verkaufsprozess auf einem guten Weg befindet. Tui hält 38,4 Prozent an Hapag-Lloyd und will sich aus der Schifffahrt zurückziehen, um sich ganz auf das Tourismusgeschäft zu konzentrieren. Deshalb zog der Konzern aus Hannover im Dezember eine Verkaufsoption über 33,3 Prozent, die vertraglich vereinbart war. Das Albert-Ballin-Konsortium war im Zuge der Finanzkrise 2008 bei Hapag-Lloyd eingestiegen, um einen Verkauf der Reederei nach Fernost zu verhindern.

Die Reederei, die mit 6900 Mitarbeitern mehr als 140 Schiffe lenkt, hat mittelfristig gute Perspektiven. Aktuell leidet sie jedoch unter einem Preiskampf in der Containerschifffahrt und schrieb im vergangenen Quartal rote Zahlen.

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

13.02.2012, 09:15 Uhr

Wie viele Steuern zahlt HL in Deutschland? Wie viele Schiffe fahren unter deutscher Flagge? Wie viele deutsche Seeleute werden beschäftigt?

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