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13.07.2011

10:39 Uhr

Medizintechnik-Firma

BrainLab lässt sich mit Börsengang Zeit

Die Firma hält einen Börsengang weiter für interessant, will aber noch warten. Das Unternehmen plant vorerst über Unternehmenszukäufe weiter zu wachsen.

Ein Radiochirurgie-System Novalis der Firma BrainLAB. Quelle: ap

Ein Radiochirurgie-System Novalis der Firma BrainLAB.

MünchenDie Medizintechnikfirma BrainLab lässt sich trotz Zukaufsplänen mit einem Börsengang weiter Zeit. „Wir werden das im Auge behalten. Ein Börsengang bleibt ein interessantes Thema, nur momentan nicht“, sagte Firmenchef und Haupteigentümer Stefan Vilsmeier in einem am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Interview. „2012 wird er sicher nicht kommen, eher 2014.“ Das Unternehmen, das Geräte für Diagnose, Operationssäle und die Strahlentherapie herstellt, gilt seit Jahren als IPO-Kandidat. Gründer Vilsmeier scheut allerdings bisher trotz wiederkehrender Liebäugeleien davor zurück. Die große Mehrheit an BrainLab hält der Firmenchef, der US-Chipkonzern Intel besitzt knapp fünf Prozent der Anteile.

Nach der Übernahme des israelischen Medizin-IT-Unternehmens Voyant Health ist BrainLab auf den Geschmack gekommen und will künftig auch über Zukäufe weiter wachsen. „Wir schauen uns sehr systematisch Gelegenheiten an“, sagte Vilsmeier. „Wir wollen unseren Umsatz im Bereich Chirurgie in den nächsten drei, vier Jahren verdoppeln und prüfen, wie wir auch mittels Akquisitionen unsere Produktpalette anreichern können.“ Vilsmeier zufolge verfügt sein Haus über liquide Mittel von 50 Millionen Euro. Damit würden allerdings auch Neuentwicklungen finanziert, die BrainLab unabhängiger von technischen Partnern wie dem US-Konzern Varian machen sollen.

Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete BrainLab einen Gesamtumsatz von 209 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 33 Millionen Euro. Etwa die Hälfte des Umsatzes entfiel auf Systeme für die Chirurgie. Trotz der Wirtschaftskrise legten die Einnahmen des vor 22 Jahren gegründeten Unternehmens weiter zu. Vor allem der japanische und europäische Markt für Krebstherapie sei zuletzt stark gewachsen. BrainLab setze zudem verstärkt auf Schwellenländer wie Indien oder Brasilien. „Wir installieren unsere neuesten Geräte schon länger nicht mehr zuerst in Deutschland.“ Vor allem in Indien werde bei der Ausstattung von Krankenhäuser Wert auf die modernste Technik gelegt.

Von

rtr

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