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05.09.2014

17:42 Uhr

Mega-Deal in Reederei-Branche

EU gibt Hapag-Lloyd grünes Licht für Fusion

Hapag-Lloyd und CSAV wollen ihre Fusion bis zum Jahresende unter Dach und Fach bringen. Nun sind sie dem Deal einen großen Schritt näher gekommen. Die EU genehmigt den Zusammenschluss – unter bestimmten Bedingungen.

Der „Colombo-Express“ der Hapag Lloyd: Nach der Fusion könnte sich der Logistikkonzern wiederum zu neuen Ufern aufmachen: Mit einem Börsengang. dapd

Der „Colombo-Express“ der Hapag Lloyd: Nach der Fusion könnte sich der Logistikkonzern wiederum zu neuen Ufern aufmachen: Mit einem Börsengang.

Brüssel/HamburgDeutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd kommt der geplanten Fusion mit ihrem chilenischen Konkurrenten CSAV offenbar einen weiteren Schritt näher. Die EU-Kommission werde den Zusammenschluss zur weltweit viertgrößten Containerlinie unter bestimmten Bedingungen genehmigen, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Voraussetzung sei, dass die beiden Unternehmen einige überlappende Strecken ihrer jeweiligen Allianzen abgäben. Hapag-Lloyd wollte sich nicht dazu äußern. „Wir kommentieren das nicht, da keine finale Entscheidung vorliegt“, sagte ein Sprecher. Die EU-Kommission soll bis zum kommenden Donnerstag über die Fusionspläne entscheiden.

Die Kartellwächter in den USA hatten ihre Zustimmung zu der geplanten Fusion bereits Anfang August gegeben. Insgesamt müssen etwa 15 Kartellbehörden rund um den Globus den geplanten Deal absegnen. Zu den wichtigsten, die noch ausstehen, zählen die in China, Brasilien und Chile. Eine Allianz der drei weltgrößten Containerlinien Maersk, MSC und CMA CGM war im Juni am Einspruch Chinas gescheitert. Hapag-Lloyd und CSAV wollen ihre Fusion bis zum Jahresende unter Dach und Fach bringen. Hapag-Lloyd gehört der G6-Allianz mit mehreren Reedereien aus Asien an. CSAV ist in keinem Bündnis.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

Durch den Zusammenschluss von Hapag-Lloyd mit der Compania Sud Americana de Vapores (CSAV) entsteht die viertgrößte Linienreederei der Welt mit rund 200 Schiffen und einem Jahresumsatz von rund neun Milliarden Euro. Das Containergeschäft von CSAV soll vollständig in Hapag-Lloyd aufgehen. Die Chilenen würden dafür zunächst mit 30 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Nach dem Vollzug der Transaktion ist eine Kapitalerhöhung geplant, die wesentlich von CSAV gezeichnet wird. Dadurch soll der Anteil von CSAV an Hapag-Lloyd auf 34 Prozent steigen. Die Chilenen wären damit die größten Anteilseigner, denn die Anteile der Stadt Hamburg und des Unternehmens Klaus-Michael Kühne sinken bei der Fusion. Das Bündnis soll Kern einer größeren Gruppe werden, die Kühne schon seit längerem vorschwebt.

Von

rtr

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