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10.03.2014

15:08 Uhr

Mega-Fusion

Der Bananen-Riese

Auf dem Bananenmarkt gibt es eine neue Nummer eins: Chiquita und der irische Rivale Fyffes mit der Marke Sol wollen noch in diesem Jahr verschmelzen. Durch die Fusion entsteht aber auch ein anderes Schwergewicht.

Der Bananen-Riese Chiquita und der irische Obsthändler Fyffes verschmelzen zu einem Unternehmen. Jupiterimages GmbH

DublinDer US-Bananenhändler Chiquita schließt sich mit dem irischen Wettbewerber Fyffes zusammen. Als neuer Marktführer wollen sie gemeinsam die schärfsten Rivalen Dole und Del Monte auf Abstand halten. ChiquitaFyffes will mit rund 32 000 Mitarbeitern mehr als 160 Millionen Kisten Bananen pro Jahr absetzen.

„Das neue Unternehmen kann den Kunden eine größere Auswahl bieten“, erklärte Chiquita-Chef Ed Lonergan am Montag bei der Bekanntgabe des Zusammenschlusses. Beide Firmen verschiffen auch Ananas. Fyffes bietet darüber hinaus unter der Marke Sol Melonen an, Chiquita verkauft abgepackte Salate sowie Snacks aus Obst und Gemüse. „Wir werden unsere Marken beibehalten“, versprach Lonergan.

Der Zusammenschluss könnte der Befreiungsschlag für Chiquita sein: Das weltbekannte Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stetig geschrumpft und musste Millionenverluste verdauen. Dagegen konnte die halb so große irische Fyffes Umsatz und Gewinn kräftig steigern.

Durch den Zusammenschluss wollen die Firmen unter anderem Geld in der Logistik und im Einkauf sparen. Vor Steuern soll das bis zum Jahr 2016 mindestens 40 Millionen Dollar bringen. Darüber hinaus wird das fusionierte Unternehmen in Irland angesiedelt, was für seine unternehmensfreundlichen Steuergesetze bekannt ist. Die Aktien werden allerdings an der New Yorker Börse gehandelt, wo die finanzstarken Investoren sitzen.

Bio - öko - fair

Ein Wirrwarr an Siegeln

Fair, bio, öko – und dazu mehrere Dutzend Gütesiegel: Viele Verbraucher verlieren da den Überblick. Dabei gibt es zwischen den Begriffen durchaus Unterschiede.

Fair

Eine faire Produktion soll gewährleisten, dass die Produzenten angemessene Löhne zahlen und die Mitarbeiter nicht unter gesundheitsgefährlichen Bedingungen arbeiten. Der gemeinnützige Verein Transfair verleiht sein Siegel beispielsweise für Produkte wie Kaffee, Bananen oder Blumen, aber auch Kleidung und Fußbälle. Inzwischen berücksichtigt die Organisation allerdings nicht nur ökonomische und soziale, sondern auch ökologische Kriterien – das sei im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Bio

Bio-Siegel garantieren die ökologische Produktion von Lebensmitteln und anderen Produkten. Dabei dürfen beispielsweise weder Gentechnik noch chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Die Anforderungen der Siegel unterscheiden sich allerdings zum Teil erheblich. Besonders streng sind Demeter, Naturland und Bioland.

Öko

Bio ist jedoch nicht automatisch öko: Auch die Umweltbilanz von Bioprodukten kann schlecht sein, etwa wenn Äpfel aus Südafrika nach Deutschland transportiert werden. Weniger CO2 fällt an, wenn Verbraucher Produkte aus der Region kaufen.

Die Fusion soll über einen Aktientausch ablaufen und bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Allerdings müssen Aktionäre und Wettbewerbshüter noch zustimmen.

Chiquita ist bei dem Geschäft der Seniorpartner - die Aktionäre dürften mit 50,7 Prozent knapp die Mehrheit an dem neuen Unternehmen halten. Chef des Bananenprimus wird jedoch Favid McCann, der bisher Fyffes lenkt. Der Jahresumsatz des fusionierten Unternehmens läge bei etwa 4,6 Milliarden US-Dollar (3,3 Milliarden Euro).

Erst im vergangenen Jahr hatten sich die Besitzverhältnisse beim Rivalen Dole geändert. Großaktionär und Firmenchef David Murdock hatte die anderen Anteilseigner herausgekauft und das Unternehmen von der Börse genommen.

Von

dpa

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