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19.09.2013

17:02 Uhr

Mega-Milliarden-Auftrag

Lufthansa bestellt Spritsparer bei Airbus und Boeing

Die Lufthansa tätigt die größte Order ihrer Geschichte. Die Fluggesellschaft kauft Maschinen im Wert von 14 Milliarden Euro. Neue Langstreckenflieger von Airbus und vom US-Flugzeugbauer Boeing kommen in die Flotte.

Lufthansa-Maschinen auf dem Flughafen Düsseldorf: Die Airline hat einen Milliarden-Auftrag an Airbus und Boeing bekanntgegeben. dpa

Lufthansa-Maschinen auf dem Flughafen Düsseldorf: Die Airline hat einen Milliarden-Auftrag an Airbus und Boeing bekanntgegeben.

FrankfurtBeim größten Flugzeugauftrag in der Geschichte der Lufthansa kommen die Hersteller Airbus und Boeing beide zum Zug. Die größte europäische Fluggesellschaft hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag 34 Boeing 777-9X und 25 Airbus A350-900 bestellt.

Die Flugzeuge sollen von 2016 bis 2025 ausgeliefert werden und vor allem ältere Maschinen mit höherem Spritverbrauch ersetzen. Den Gesamtwert der Investition bezifferte Lufthansa auf 14 Milliarden Euro nach Listenpreisen.

„Sparsamer im Verbrauch, geringere CO2-Emissionen und weniger Lärm: Mit den bestellten Flugzeugen gelingt uns ein Quantensprung in Sachen Effizienz und der Einstieg in die 2-Liter-Klasse“, sagte Vorstandschef Christoph Franz. Im Schnitt würden die 59 neuen Flugzeuge nur noch 2,9 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer Flugstrecke verbrauchen.

Das sind die neuen Flieger der Lufthansa

Spritsparende Modelle

Die Lufthansa hat im Herbst 2013 für 14 Milliarden Euro die neuesten Langstrecken-Jets von Boeing und Airbus bestellt. Die Airline deckt sich mit zweistrahligen Langstrecken-Jets ein, die wesentlich weniger Sprit verbrauchen sollen als derzeitige Modelle. Das ist wichtig, da die Tankrechnung einer der größten Kostenposten der Airline ist. Mit 300 bis gut 400 Sitzen sind die neuen Flieger eine Nummer kleiner als das Lufthansa-Flaggschiff, der Airbus A380.

A350 – Leichtbauweise und neue Triebwerke

Der A350 ist das neueste Kind des europäischen Flugzeugbauers: Erstmals hob der Jet mit zwei Triebwerken im Juni ab. Das vollkommen neu konstruierte Flugzeug besteht zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, die das Gewicht senken. Die Leichtbauweise und neue Triebwerke sollen dafür sorgen, dass der Spritverbrauch im Vergleich zu heutigen Maschinen um ein Viertel sinkt.

A350 – Platz für bis zu 350 Passagiere

Im A350 haben je nach Variante 270 bis 350 Passagiere Platz. Der von der Lufthansa bestellte Typ A350-900 zählt 314 Sitze. Derzeit liegen 707 Bestellungen für den laut Listenpreis bis zu gut 320 Millionen Dollar teuren Prestigeflieger vor. Das erste Exemplar soll 2014 an Qatar Airways ausgeliefert werden.

777X – Lufthansa Erstkunde?

So weit wie Airbus ist Boeing mit seinem Nachfolger des Bestsellers 777 lange nicht. Offiziell ist der Bau der zweistrahligen Maschinen noch nicht beschlossen - der US-Hersteller sammelt derzeit noch Bestellungen ein. Die Lufthansa hat gute Chancen, Erstkunde für die sogenannte 777-9X zu werden. Auch Emirates spielt eine Großorder durch. Die Auslieferung der Jets dürfte erst Ende des Jahrzehnts starten.

777X – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Die von der Lufthansa favorisierte Variante zählt 414 Sitze. Nach der Pannenserie beim Dreamliner 787 setzten die Boeing-Ingenieure aber nicht ganz so viel neue Technologie ein. Nicht das ganze Flugzeuge, sondern lediglich die Flügel und die Triebwerke werden neu konstruiert. Damit soll der Kerosinverbrauch um 20 Prozent sinken. Das Flugzeug ist eine Fortentwicklung des Bestsellers 777, der seit den 90er Jahren fliegt.

Aus der Flotte scheiden mit dem Jumbo Boeing 747-400 und dem Airbus A340 vor allem Jets mit vier Triebwerken aus. Die Investition sichere allein bei der Lufthansa 13.000 Arbeitsplätze, erklärte der Konzern.

Franz hob die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Bestellung hervor. „Jede einzelne A350 und jede einzelne Boeing 777 entfaltet in Deutschland die Beschäftigungswirkung eines mittelständischen Unternehmens“, sagte der Lufthansa-Chef.

Am Mittwoch hatte der Aufsichtsrat unter anderem über die Neubestellungen debattiert. Ein anderes Thema war der Wechsel von Franz zum Schweizer Pharmakonzern Roche. Eine Entscheidung über seinen Nachfolger wurde in der Gremiumssitzung nicht getroffen. Der Abschied von Franz, der das Unternehmen im kommenden Sommer verlässt, kommt für die Lufthansa zur Unzeit. Europas größte Fluggesellschaft fährt einen harten Sparkurs, dem 3500 Jobs zum Opfer fallen.

Kommentare (5)

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aktionar

19.09.2013, 11:34 Uhr

also den Aktienkurs hat das aber nicht sichtbar beeinflusst, LHA.de ist im Sinkflug, seit länderer Zeit.

Jabberwoqui

19.09.2013, 13:43 Uhr

Die Lufthansa tätigt sicher keine Ordner sondern Order liebes HB

Account gelöscht!

19.09.2013, 13:55 Uhr

Vielen Dank für den Hinweis, ist korrigiert!

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