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31.07.2015

11:49 Uhr

Megaschiffe

Groß, größer, „Zoe“

VonChristoph Schlautmann

Schiff der Superlative: Die „MSC Zoe“ ist dreimal so lang wie der Hamburger Michel hoch ist – und damit das größte Schiff der Welt. Nun wurde sie getauft. Doch der Wettlauf um die Größe der Schiffe birgt auch ein Problem.

Die MSC Zoe läuft in den Hamburger Hafen ein: Es ist das größte Containerschiff der Welt. dpa

Weltgrößtes Containerschiff «MSC Zoe» in Hamburg

Die MSC Zoe läuft in den Hamburger Hafen ein: Es ist das größte Containerschiff der Welt.

Hamburg/DüsseldorfDas größte Containerschiff der Welt ist in Hamburg auf den Namen „MSC Zoe“ getauft worden. Taufpatin und Namensgeberin ist die vierjährige Zoe Vago, eine Enkelin des Firmengründers und MSC-Vorstandsvorsitzenden Gianluigi Aponte.

Der Koloss ist 395 Meter lang, 59 Metern breit und hat eine Ladekapazität von 19.224 Standard-Containern (TEU). Wie es im Unternehmen üblich ist, wird das Schiff nach einem Familienmitglied des Gründers und Vorstandschefs Gianluigi Aponte benannt. Taufpatin und Namensgeberin ist ist seine vierjährige Enkeltochter Zoe Vago. Das Schiff soll Hamburg in Richtung Antwerpen und Asien verlassen.

Das Mega-Schiff, das von der Daewoo Shipbuilding and Marine Engineering (DSME), einer Werft im südkoreanischen Okpo, gebaut wurde, steht beispielhaft für den Wettlauf der Reedereien nach Größe – und den damit verbundenen Niedergang der Branche. Nur wer die effizientesten Schiffe hat, kann im harten Wettbewerb auf den Weltmeeren bestehen. Als zweitgrößte Container-Reederei der Welt nach Maersk hat die italienisch-schweizerische MSC dabei gute Chancen. In diesem Jahr ist es schon ihr dritter Ozeanriese, der mit mehr als 19.000 TEU in See sticht.

Die „MSC Zoe“, die dreimal so lang ist wie der Hamburger Michel hoch, ist eines von drei baugleichen Containerschiffen. Die „MSC Oscar“ und die „MSC Oliver“ wurden schon im Frühjahr 2015 in Dienst gestellt. Zuletzt hatte die „Oskar“ den neuen Tiefseehafen in Wilhelmshaven angelaufen.

Vollbeladen allerdings kann die „MSC Zoe“ den Hamburger Hafen nicht erreichen. Weil die geplante Vertiefung der Elbe bislang vor den Gerichten scheiterte, lässt der Fluss nur Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 13,50 Metern zu – und das auch nur bei Flut. Die Mega-Containerschiffe kommen nur dann damit klar, wenn sie zu einem Teil entladen sind.

Die Top 6 der Megaschiffe

Top 6

Die Triple E-Serie der Firma Maersk hat eine Kapazität von 18.100 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit, entspricht 20-Fuß-Container), das Schiff gibt es seit 2013.

Top 5

Die CSCL Globe-Serie der Firma China Shipping hat eine Kapazität von 119.100 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit, entspricht 20-Fuß-Container), das Schiff gibt es seit 2014.

Top 4

Oscar und Oliver der Firma MSC hat eine Kapazität von 19.200 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit, entspricht 20-Fuß-Container), die Schiffe gibt es seit 2015.

Top 3

Das Schiff hat noch keinen Namen, aber die Firma MOL plant ein Containerschiff mit einer Kapazität von 20.000 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit, entspricht 20-Fuß-Container), das Schiff wird es ab 2017 geben.

Top 2

Auch die Nummer zwei der größten Containerschiffe hat noch keinen Namen, aber die Firma CMA CGM plant eine Kapazität von 20.600 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit, entspricht 20-Fuß-Container). Das Schiff wird es ab 2017 geben.

Top 1

Das größte Schiff der Welt ist noch namenlos, aber die Firma OOCL plant es mit einer Kapazität von 21.100 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit, entspricht 20-Fuß-Container). Das Schiff wird es ab 2017 geben.

Der technische Fortschritt heizt den Wettbewerb um die größten Containerschiffe der Welt an. Weil Techniker und Ingenieure Antriebsachsen und Schiffsgetriebe stabilisierten und Motoren verbesserten, wurden in den vergangenen Jahren immer größere Ozeanriesen möglich. 1990 noch bauten die Werften Schiffe für maximal 4.800 TEU, 1997 knackten sie die Grenze von 8.000. Seit den vergangenen zehn Jahren wuchs die Länge weiter von 300 auf 400 Meter, die Breite von 40 auf nun auf fast 60 Meter.

Weil pro Container weniger Schiffsbesatzung und Diesel benötigt wird, sanken die Transportkosten um rund ein Drittel. Reedereien, die nicht auf die Mega-Pötte umstellten, gerieten wirtschaftlich ins Hintertreffen.

Kommentare (3)

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Herr F. Gessw.

03.08.2015, 09:29 Uhr

Nennt mich einen Korinthenkacker, aber ich finde es wichtig, auszuschreiben, dass der Kahn 3x SO LANG ist wie der Michel hoch.

So, wie es jetzt im Header des Artikels steht, würde ich sagen, ist es schlicht falsch

Frau Handelsblatt Redaktion

03.08.2015, 10:49 Uhr

Sehr geehrter Nutzer,

danke für Ihren Hinweis. Wir haben die Stelle bereits korrigiert.

Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion

Herr F. Gessw.

03.08.2015, 13:26 Uhr

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich bin schwer angetan von Ihren Foren-Moderatoren. Schnell, aufmerksam (wie hier, und dann wird's tatsächlich korrigiert), wenig Zensur...

Wie schon in meiner letzten Mail stand, wenn jetzt noch die nervige Aktualisierungsmeldung wieder abgeschafft wird und die Funktion, wenn man auf einer Seite ganz nach unten scrollt, dass man automatisch zurück zur Hauptseite geschickt wird - dann muss ich ernsthaft in Erwägung ziehen, das Premium-Abo nach dem Probemonat zu verlängern.

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