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04.01.2004

20:32 Uhr

Mehdorn: Bahnreform war erfolgreich

Bahnchef hält am Börsengang 2005 fest

Die Bahn ist nach Worten von Unternehmenschef Hartmut Mehdorn im kommenden Jahr reif für die Börse. Dieses Jahr will das Unternehmen 220 Millionen Euro in den kritisierten Kundenservice investieren.

HB BERLIN. Bahnchef Hartmut Mehdorn will das ehemalige Staatsunternehmen im kommenden Jahr an die Börse bringen. «Wir wollen ab 2005 nachhaltig Gewinne schreiben und so wirtschaftlich arbeiten, wie der internationale Kapitalmarkt dies von uns verlangt, so dass der Eigentümer 2005 auch den Start für einen Börsengang frei geben kann», zitierte die Tageszeitung «Die Welt» Mehdorn am Sonntag vorab. Die Deutsche Bahn AG gehört derzeit dem Bund und ist im Zuge der Bahnreform 1994 aus der Bundesbahn und der ostdeutschen Reichsbahn hervorgegangen.

Die zehn Jahre zurückliegende Bahn-Reform bezeichnete Mehdorn als vollen Erfolg: «Wir haben dem deutschen Steuerzahler weit über 100 Milliarden Euro Ausgaben für das System Bahn erspart, 44 Milliarden Euro mehr als seinerzeit prognostiziert.» Die Produktivität sei um mehr als 150 Prozent gesteigert und das betriebliche Ergebnis um etwa 500 Millionen Euro pro Jahr verbessert worden. In neue Züge, Netz- und Bahnhofsmodernisierung seien 70 Milliarden Euro investiert worden.

Der Bahnchef räumte zugleich bestehende Mängel im Kundenservice des Unternehmens ein. «Wir müssen bei Pünktlichkeit und Information unserer Kunden bei Unregelmäßigkeiten besser werden», sagte er der Zeitung. Dafür würden derzeit rund 220 Millionen Euro in ein leistungsfähiges Reisenden-Informationssystem investiert. Die Bahn wolle 2004 «zum Jahr für Service und Qualität machen».

Von der Bundespolitik forderte Mehdorn Gleichbehandlung mit anderen Verkehrsträgern. Die mit der Bahnreform für die Schieneninfrastruktur zugesagten Mittel seien praktisch nur in ganz wenigen Jahren wirklich geflossen. «Wir werden zum Teil extrem benachteiligt, etwa bei Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer gegenüber dem Luftverkehr», sagte der Vorstandsvorsitzende. Gerade die Billigflieger würden vom deutschen Steuerzahler hoch subventioniert.

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