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28.06.2013

14:10 Uhr

Mehdorn dementiert Bericht

Verwirrung um Pläne für Flughafen Tegel

Tegel für immer oder nur noch BER? Ob neben dem Hauptstadtflughafen langfristig ein zweiter Airport in Berlin betrieben wird, ist unklar. BER-Chef Mehdorn will von Tegel als „Premiumstandort“ jedenfalls nichts wissen.

Hartmut Mehdorn dementiert: „Die Behauptungen entsprechen im Wesentlichen nicht den Tatsachen“. dpa

Hartmut Mehdorn dementiert: „Die Behauptungen entsprechen im Wesentlichen nicht den Tatsachen“.

BerlinIst der neue Hauptstadtflughafen (BER) endlich in Betrieb, schließt ein halbes Jahr später der Berliner Flughafen Tegel. So weit die Rechtslage, die im gültigen Planfeststellungsbeschluss festgehalten ist. Daran will offenbar auch BER-Chef Hartmut Mehdorn nicht rütteln.

Mehdorn plant nach eigenen Worten nicht, den Flughafen Tegel als „Premiumstandort“ weiter zu betreiben. Der BER-Chef widersprach am Freitag in einer Mitteilung einem entsprechenden Bericht der „Zeit“ vom Vortag. „Die Behauptungen des Artikels entsprechen im Wesentlichen nicht den Tatsachen, sondern sind lediglich Mutmaßungen des Autors.“

Die Zeitung hatte als Quelle ein Strategiepapier der Betreibergesellschaft genannt. Ein solches Papier sei ihm nicht bekannt, hob Mehdorn hervor. „Es bleibt dabei, dass ich im September dem Aufsichtsrat einen Fahrplan zur Eröffnung des BER vorlegen werde.“

Die „Zeit“ hatte berichtet, dass in Tegel bis 2017 noch genauso viele Flugzeuge starten wie am neuen Großflughafen in Schönefeld. 42 Maschinen pro Stunde. Ein Pensum, das mit der momentanen Infrastruktur nur schwer zu bewältigen sein wird. Um noch mehr Maschinen abzufertigen, solle Tegel bis 2019 deshalb zum „Premiumstandort“ weiterentwickelt und damit unbefristet weiter betrieben werden, schrieb die Zeitung unter Bezug auf das Strategiepaket, von dem Mehdorn nun keine Kenntnis haben will.

Dabei hatte sich Mehdorn zuletzt für eine dauerhaften Betrieb von Tegel ausgesprochen. „Es gibt keine Hauptstadt dieser Welt, die nur zwei Landebahnen hat“, sagte er dem „Spiegel“. Der Airport in Tegel sei nötig als „Notfallreserve“.

Bundestagsabgeordnete von CDU und SPD zeigten sich am Donnerstag offen für einen möglichen Weiterbetrieb Tegels. „Flughäfen in Deutschland sollten sich grundsätzlich wirtschaftlich selber tragen. Wenn das in Berlin bei Tegel möglich wäre, ist es aus meiner Sicht ernsthaft zu prüfen“, sagte der Vorsitzender der Landesgruppe Bayern in der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Burkert, Handelsblatt Online. „Vor allem würden es Geschäftsreisende wegen der Innenstadtnähe sicher begrüßen.“

Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann fragte, ob die Pläne für Schönefeld noch zeitgemäß seien. Die Entscheidung für BER sei vor 20 Jahren getroffen worden. Damals habe es andere Voraussetzungen als heute gegeben. „Es muss noch einmal diskutiert werden, ob die Hauptstadt des stärksten Industrielandes Europas mit nur zwei Landebahnen auskommen kann“, sagte Wellmann Handelsblatt Online.

In jedem Fall sollte aus Burkerts Sicht aber der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld „baldmöglichst“ in Betrieb gehen. Dort ist aber nicht mit einer raschen Eröffnung zu rechnen: Aus einem weiteren internen Dokument geht hervor, dass die Kabeltrassen weiterhin Probleme bereiten. In der aktuellen Mängelliste sind 1.524 Brandschutzmängel aufgeführt. Eine vollständige Inbetriebnahme vor Oktober 2015 scheint diesen Plänen zufolge ausgeschlossen.

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