Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.07.2014

16:59 Uhr

Mehr Durst

WM bringt Coca-Cola leichten Schub

Die Verbraucher stehen nicht mehr so auf süße Limonade – Coca Cola bekommt die Folgen des aktuellen Gesundheitstrends im zweiten Quartal verstärkt zu spüren. Lediglich die WM setzte Konterpunkte.

Ohne Sondereffekte wie die Fußball-WM hat Coca Cola ein Problem: Die Flaschen mit der süßen Brause bleiben in den Regalen stehen. AFP

Ohne Sondereffekte wie die Fußball-WM hat Coca Cola ein Problem: Die Flaschen mit der süßen Brause bleiben in den Regalen stehen.

AtlantaDer Durst auf Erfrischungen zur Fußball-WM hat Coca-Cola gutgetan. Im zweiten Quartal stieg der zuvor rückläufige Absatz von kohlensäurehaltigen Getränken wieder leicht an. Coca-Cola selbst legte um ein Prozent zu, Fanta um zwei Prozent und Sprite um 6 Prozent, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der US-Getränkemulti war einer der größten Sponsoren des Turniers in Brasilien.

Am Ende war es jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Ungünstige Wechselkurse, eine harte Konkurrenz etwa durch Pepsi und ein veränderter Geschmack der Verbraucher sorgten abermals für einen Rückgang des Geschäfts: Der Umsatz schrumpfte im Quartal um 1 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro). Der Gewinn bröckelte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf unterm Strich 2,6 Milliarden Dollar.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo – 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.

Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten aus 2012

Platz 9

Oettinger Gruppe – 10,64 Millionen Hektoliter

Die Brauereigruppe braut insgesamt an vier Standorten in Deutschland Bier – neben den eigenen Marken unter anderem auch Carlsberg für Supermärkte. Nur am Bierabsatz gemessen gehört Oettinger zu den größten Brauereigruppen Deutschlands.

Platz 8

Riha Richard Hartinger – 11,04 Millionen Hektoliter

Aus dem Apfelmost-Hersteller in Rinteln ist über die Jahre ein internationaler Getränkekonzern geworden. Zu den Marken von Riha gehören Naturella, Wesergold und Extaler.

Platz 7

Anheuser-Busch InBev – 12,00 Millionen Hektoliter

Gemessen am Absatzvolumen ist AB INBev die größte Brauereigruppe der Welt. International punktet die Brauerei mit Marken wie Stella Artois, Leffe oder Budweiser. In Deutschland sind vor allem Beck's, Diebels und Franziskaner bekannt. Im Gesamt-Getränkeabsatz in Deutschland reicht es aber nur zu Platz 7.

Platz 6

Radeberger Gruppe – 13 Millionen Hektoliter

Das 1952 gegründete Unternehmen ist die größte Brauereigruppe Deutschlands. Zu Radeberger gehören neben der Stammmarke unter anderem Jever, Schöfferhofer und Hansa.

Platz 5

Bitburger Brauereigruppe – 14,05 Millionen Hektoliter

Hervorgegangen aus der Bitburger Brauerei zählt die Brauereigruppe zu den führenden Getränkeherstellern in Deutschland. Bedeutendste Marken des Unternehmens sind Bitburger, König Pilsener, Köstritzer und Wernesgrüner. Die Holding-Gesellschaft wurde 1999 gegründet.

Platz 4

Brandenburger Urstromquelle – 19 Millionen Hektoliter

Die Gruppe gehört zu den größten deutschen Getränkeherstellern, hat aber keine eigenen Marken. Es werden ausschließlich Bier und Mineralwasser unter verschiedenen Handelsmarken für europäische Discounter abgefüllt. Darunter fallen etwa Karlskrone bei Aldi oder Gut&Günstig Urstromquelle bei Edeka.

Platz 3

Hansa-Heemann Mineralbrunnen – 24 Millionen Hektoliter

Der unbekannte Mineralwasserriese aus Rellingen hat mit Hella zwar auch eine eigene Mineralwassermarke, verdient das meiste Geld aber mit den Handelsmarken großer Supermarktketten.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG – 26,1 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola – 36 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Coca-Cola bekommt schon seit einiger Zeit die Kaufzurückhaltung seiner Kunden in den etablierten Märkten wie Europa und Nordamerika zu spüren, während die Menschen in den asiatischen Schwellenländern öfter zu den Getränken des Konzerns aus Atlanta greifen. Auch der Ausblick auf das restliche Jahr fiel eher verhalten aus. Im frühen New Yorker Handel verlor die Aktie mehr als drei Prozent.

Der Getränkemulti sucht nun neue Wege, um das Wachstum anzukurbeln. Im Mai hatte Coca-Cola seinen Anteil am US-Kaffeeröster Keurig Green Mountain von 10 auf 16 Prozent aufgestockt. Die Firma ist einer der großen US-Anbieter von Maschinen für Kaffeekapseln und entwickelt gemeinsam mit Coca-Cola ein ähnliches System für Kaltgetränke. Coca-Cola hatte im Februar seinen Einstieg bei dem damals noch Green Mountain Coffee genannten Unternehmen verkündet.

Wenn Coca-Cola in der jüngeren Vergangenheit wuchs, dann mit Säften, Tees oder anderen stillen Getränken. Der breiter aufgestellte Erzrivale PepsiCo legt seine Geschäftszahlen an diesem Mittwoch vor. Er stellt neben Getränken wie Pepsi, Punica und Lipton unter anderem Doritos-Chips her.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×