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26.07.2017

13:20 Uhr

Mehr Gewinn, mehr Fahrgäste, weniger Verspätung

Die Bahn boomt

Bahnchef Lutz hat starke Halbjahres-Zahlen vorgelegt. Der Gewinn und Zahl der Fahrgäste steigen, die Fernzüge sind pünktlicher. Doch für den hohen Gewinn ist auch ein kurioser Sondereffekt mit verantwortlich.

Deutsche Bahn

Schafft es die Bahn die Versäumnisse der letzten Jahre endlich aufzuholen?

Deutsche Bahn: Schafft es die Bahn die Versäumnisse der letzten Jahre endlich aufzuholen?

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BerlinDie robuste Weltwirtschaft und immer mehr Passagiere in IC und ICE stimmen die Deutsche Bahn zunehmend optimistisch. Aufgrund des Gewinn- und Umsatzschubs im ersten Halbjahr würden die Ziele für das Gesamtjahr angehoben, kündigte Bahnchef Richard Lutz am Mittwoch in Berlin an und bestätigte einen entsprechenden Reuters-Bericht. Im Gesamtjahr wird jetzt ein Umsatzrekord von mehr als 42,5 Milliarden Euro (bisher: 41,5 Milliarden) sowie ein Betriebsgewinn von mindestens 2,2 Milliarden Euro (bisher: 2,1 Milliarden) anvisiert.

„Unser Kurs stimmt“, sagte Lutz. „Wir haben Wind unter den Flügeln, aber mental heben wir nicht ab.“ Er räumte aber ein, dass der Gewinn auch von Sondereffekten profitierte: So wurden 100 Millionen Euro aus Rückzahlungen der als verfassungswidrig eingestuften Atomsteuer verbucht. Die Bahn ist Mitbetreiber eines Atomkraftwerks.

Gut lief es im ersten Halbjahr in fast allen Geschäftsfeldern: Der Umsatz stieg um gut fünf Prozent auf 21 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte vor allem wegen des Booms von IC und ICE sogar um 17 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. In IC und ICE waren jetzt über 68 Millionen Passagiere unterwegs – auch weil die Bahn im Wettbewerb mit den Fernbussen auf Sonderangebote setzt.

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Bei der Deutschen Bahn ist die Besetzung von zwei Vorstandsposten geplatzt. Das erneute Scheitern einer wichtigen Personalentscheidung rückt den Aufsichtsrat des Staatskonzerns erneut in ein schlechtes Licht.

Laut Lutz waren 81 Prozent der Züge trotz Unwetters und Anschläge im Vorfeld des G20-Gipfels pünktlich, hatten also weniger als sechs Minuten Verspätung. Dies ist auch die Zielmarke für das Gesamtjahr.

Die weltweite Spedition DB Schenker (Lkw, Schiff, Flugzeug) profitierte vor allem in der See- und Luftfracht von der weltweit guten Konjunktur und konnte den Umsatz um fast zehn Prozent steigern.

Sorgen bereitet dagegen weiter die Güterbahn DB Cargo: Nachdem die Sparte dem Konzern 2015 einen Milliarden-Verlust eingebrockt hatte, wurde ein Sanierungskurs mit dem Verkauf von Loks, dem Verschrotten von Waggons sowie dem Abbau von Tausenden Stellen beschlossen. In diesem Jahr gab es jedoch wegen Unzuverlässigkeit bei DB Cargo massive Beschwerden von Kunden, parallel wuchsen die Transportmengen.

Der Konzern stoppte daher den Personalabbau fast komplett und will bis zu 100 Güterloks kaufen, wie Vorstand Berthold Huber bestätigte. Nach Informationen aus Konzernkreisen sollen sie für gut 370 Millionen Euro bei Siemens geordert werden.

Huber verwies darauf, dass die Sparte ihre Verluste bereits reduziert habe. Im Gesamtjahr solle das Ergebnis um 100 Millionen Euro verbessert und wieder ein kleiner Gewinn ausgewiesen werden.

Eigentlich sollte Güterbahn-Chef Jürgen Wilder zum Konzernvorstand aufsteigen – trotz der Probleme. Ein entsprechender Beschluss des Personal-Ausschusses des Aufsichtsrats traf im Gesamtgremium jedoch auf Widerstand. Eine Sondersitzung des Aufsichtsrats wurde abgesagt. Bahnchef Lutz wollte sich dazu nicht konkret äußern. Der Vorstand sei auch so arbeitsfähig, der Aufsichtsrat werde zu gegebener Zeit eine Entscheidung fällen, sagte er.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Max Nolte

26.07.2017, 13:36 Uhr

Ist ja für Schenker nicht so schwer mit nem Gleismonopol. Die Straßen sind voll mit LKW und alle wundern sich...wie wäre es mal mit mehr Wettbewerb auf der Schiene?

Frau Ursula Neumann

26.07.2017, 13:45 Uhr

Weniger Verspätungen? Da hat man Schleswig-Holstein aber aus der Statistik rausgerechnet. Wobei, man ist ja schon froh, wenn der ausgewählte Zug überhaupt fährt. Da ist die Verspätung wohl doch das kleinere Übel.

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