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05.05.2013

15:45 Uhr

Meldesystem für Mitarbeiter

SMS an Adidas

ExklusivIn 160 Zeichen gegen Missstände: Adidas nimmt direkt Kontakt zu den Mitarbeitern seiner Lieferanten auf. Diese sollen ohne großen Aufwand auf Probleme in den Fabriken hinweisen können – per Kurznachricht.

Adidas lässt viele seiner Produkte in Asien produzieren. Ein neues System soll den Arbeitern erleichtern, auf Probleme hinzuweisen. dapd

Adidas lässt viele seiner Produkte in Asien produzieren. Ein neues System soll den Arbeitern erleichtern, auf Probleme hinzuweisen.

Kontrollen reichen Adidas nicht mehr. Um von Missständen in den Fabriken der Lieferanten in Asien zu erfahren, geht der Sportkonzern jetzt einen neuen Weg: Die Mitarbeiter in den Werken können sich per SMS an das Unternehmen wenden, wenn sie ihre Rechte missachtet sehen.

„So können wir die Beschäftigten in den Zulieferbetrieben einfach und direkt erreichen“, sagte Frank Henke, der bei Adidas für Sozial- und Umweltfragen zuständig ist, dem Handelsblatt. Ein Pilotprojekt in Indonesien habe sich bewährt, so dass das Vorhaben nun auf vier weitere Fabriken in dem Land und ein Werk in Vietnam ausgedehnt werde.

Durch das neue SMS-System will Adidas frühzeitig Problemen in Fabriken auf die Spur kommen. „Die meisten Arbeiter haben inzwischen ein Mobiltelefon“, sagte Henke. Deshalb nutze der Konzern diesen Weg, um am Fabrikmanagement vorbei mit den Leuten in Kontakt zu treten.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

Die Kurznachrichten erreichen die Mitarbeiter von sogenannten Nichtregierungsorganisationen, die sich um die Fälle kümmern. Adidas hat aber Zugriff auf die Informationen und kann so erkennen, wenn irgendwo etwas schief läuft. Es ist kein Zufall, dass Adidas in Indonesien mit dem SMS-Service an den Start geht. Das Land wird für die Marke immer wichtiger und ist nach China inzwischen der zweitgrößte Bekleidungslieferant.

Von

jojo

Kommentare (2)

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Vorbild-ADIDAS

05.05.2013, 16:57 Uhr

Sehr gut!

Ein Grund mehr, vorausgesetzt ADIDAS setzt sich tatsächlich gegen Misstände ein, Sportartikel von ADIDAS zu erwerben.

Ebenso ist der Weg der Kontaktaufnahme/Informationsübermittlung mittels SMS exzellent gelöst.

Hierzulande - in Deutschland ist Whistleblowing nach wie vor ein Problem. Unternehmen erkennen ihre Chancen nicht. Es wird viel zu oft weggeschaut oder bagatellisiert. Die deutsche Wirtschaft kostet dieses Verhalten Milliardenbeträge.

AMIGO-ADIDAS-in-Streifen

09.05.2013, 08:30 Uhr

Vor dem Hintergrund, wie der Vertreter von ADIDAS im Aufsichtsrat des FC Bayern im Fall Hoeneß gestimmt hat, ist ADIDAS nicht mehr glaubwürdig.

Entweder man entscheidet sich für Compliance und lässt es bleiben. Wenn man in Bayern den AMIGO-Hut aufsetzt und in eine andere Rolle schlüpft, als man dies sonst vorgibt, dann kann man getrost von Heuchelei sprechen.

ADIDAS hat viel Vertrauen verspielt. Wie soll der Konzern da glaubhaft Misstände in der "Dritten Welt" bei Zulieferern von ADIDAS lösen wollen. Das Ganze ist ein misslungener Marketing-Gag. Da hätten sich die Herren von ADIDAS untereinander besser abstimmen sollen.

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