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10.01.2005

07:53 Uhr

Messe „B in Berlin“ zeigt massentaugliche Bekleidung

Berlin macht Modestadt Düsseldorf Konkurrenz

VonStefanie Bilen (Handelsblatt)

Die Düsseldorfer Modemesse CPD bekommt Konkurrenz: Am 21. Januar findet zum ersten Mal die Fashion-Show „B in Berlin“ auf dem Berliner Messegelände statt - gut eine Woche vor dem Start der CPD (Collections Premieren Düsseldorf) am Rhein.

HAMBURG. Gut 200 Damen- und Herrenbekleidungsmarken haben sich zur „B in Berlin“ angemeldet. Nach den Worten der Veranstalter handelt es sich um Firmen, die zuvor in Düsseldorf ausgestellt haben, oder um Unternehmen, die bislang auf keiner Messe vertreten waren.

Nach Informationen aus Branchenkreisen ist ein Großteil der Herrenbekleidungshersteller von Düsseldorf nach Berlin gezogen, darunter die Firmen Ahlers, Brax, Brinkmann und Seidensticker. Auch von den Damenmode-Marken sind einige an die Spree gewandert, wenngleich die überwiegende Mehrheit noch immer in Düsseldorf ausstellt. Die Veranstalter, die Igedo Company, erwarten 1 500 Aussteller, die ihre Mode in zehn Hallen dem Einzelhandel präsentieren. Nur noch eine Halle ist für die Herren-Marken reserviert.

Dennoch bedeutet die Initiative der Berliner Veranstalter, MB Capital Fashion Berlin, einen Rückschlag für die CPD. Schon seit Jahren schrumpft die Zahl der Aussteller. Im Herbst 2002 wurden noch gut 2 000 Unternehmen gezählt. Damals hat die einstige Damenmode-Messe gerade Zuwachs durch die Kölner „Herren-Mode-Wochen“ bekommen und damit erstmals Damen- und Herrenbekleidung unter einem Dach gezeigt.

Doch die Herrenausstatter haben sich dort nicht wohl gefühlt. „Wir haben die CPD als blutleer empfunden, da fehlte der Kick“, sagt Oliver Seidensticker, Geschäftsführer des gleichnamigen Hemdenherstellers. „Mode braucht Emotionen, und die fehlten auf der CPD“, sagt Seidensticker. Die Ahlers AG - mit Marken wie Pierre Cardin und Otto Kern - hat sich nun komplett fern gehalten. Auch andere Hersteller berichten, dass sich die Messeverantwortlichen nur halbherzig und zu spät darum gekümmert haben, sie zu halten. Margit Jandali, Geschäftsführerin von Igedo Company, sieht indes einen anderen Grund für den Berliner Erfolg: „Zurzeit gibt es einen echten Hype um die Hauptstadt. Die internationale Szene kennt die Stadt noch nicht.“ Für die kommende CPD im Juli 2005 meldet sie bereits wieder steigende Ausstellerzahlen.

Doch die CPD bekommt nicht nur durch eine Messe Konkurrenz aus der Hauptstadt. Schon seit zwei Jahren zeigen dort Trendlabels ihre Produkte auf der „Bread & Butter“ - mit großem Erfolg. Zeitgleich findet jeweils im Januar und im Juli die „Premium“ mit hochpreisiger Designermode statt. In diesem Jahr kommt die „B in Berlin“ mit massentauglicher Bekleidung dazu. Zudem haben seit der Wiedervereinigung viele internationale Marken Flagship-Stores, ihre Vorzeigegeschäfte, in der Hauptstadt eröffnet.

Nach der Meinung von Jandali spricht jedoch die Wirtschaftskraft Düsseldorfs für die CPD: „In Nordrhein-Westfalen gibt es 10 000 Textileinzelhändler, in und um Berlin dagegen nur 1 000.“ Zudem präsentieren Firmen wie Boss zeitgleich ihre Kollektionen in eigenen Showrooms in Düsseldorf. Branchenkenner sind sich einig, dass erst die kommenden Veranstaltungen zeigen werden, ob sich die "B in Berlin" hält. Doch egal ob Berlin oder Düsseldorf - "es wäre schön, wenn wir möglichst nur einen starken Standort hätten", sagt Heijo Gassenmeier vom Textilhändlerverband BTE. Sein Kollege Thomas Rasch vom Herstellerverband German Fashion fügt hinzu: "Die Damen- und die Herrenmode sollte an einem Standort bleiben."

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