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05.09.2016

17:07 Uhr

Metro

Handelsriese stellt Weichen für Aufspaltung

20 Jahre nach Gründung der Metro AG soll Schluss sein mit dem Motto „Alles unter einem Dach“. Mit einer Aufspaltung will der Handelsriese neue Wachstumsperspektiven eröffnen. Beschlossen ist aber noch nichts.

Für den Zeitraum von April bis Juni hatte Metro einen Nettoverlust von 24 Millionen Euro ausgewiesen. dpa

Metro-Einkaufswagen

Für den Zeitraum von April bis Juni hatte Metro einen Nettoverlust von 24 Millionen Euro ausgewiesen.

DüsseldorfDie Aufspaltung des Handelskonzerns Metro nimmt Gestalt an. Bis Mitte 2017 sollen das angestammte Großhandels-Geschäft (Metro Cash&Carry) und die Real-Supermärkte separat an der Börse gelistet sein, wie Metro am Montag in Düsseldorf mitteilte. In der Metro AG verbleiben im Wesentlichen die Elektronik-Ketten MediaMarkt und Saturn, an denen deren streitbarer Gründer, der Milliardär Erich Kellerhals, beteiligt ist. Die heutigen Metro-Aktionäre sollen zusammen 90 Prozent an der neuen Lebensmittel- und Großhandels-Gesellschaft halten. Zehn Prozent der Anteile bleiben bei der neuen Metro AG, die damit wertvoller gemacht werden soll. Schon Ende September sollen beide Firmenteile organisatorisch getrennt werden.

„Die Entwicklung der vergangenen Monate bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass beide Einheiten, die kaum operative Überschneidungen und Synergien aufweisen, eigenständig noch erfolgreicher sein werden“, erklärte Metro-Vorstandschef Olaf Koch, der in gleicher Funktion in die neue Großhandels- und Lebensmittel-Firma wechselt. Seit Montag sind auch die weiteren Führungsstrukturen klar. Finanzvorstand unter Koch wird der bisherige Cash&Carry-Finanzchef Christian Baier. Die künftige Metro AG wird von Pieter Haas geführt, der im Vorstand bisher schon für Media-Saturn zuständig ist. Konzern-Finanzvorstand Mark Frese geht mit ihm in die „neue Metro AG“.

Die Schulden von Metro übernimmt fast vollständig der neue Großhandels- und Lebensmittel-Konzern. Damit soll sichergestellt werden, dass beide Firmenteile ein „Investment-Grade“-Rating bekommen, das die Finanzierung vergünstigt. Bei den Ratingagenturen Moody's und Fitch schafft Metro den Status heute nur knapp. Der Konzern erteilte Forderungen von Kellerhals nach einer Kapitalerhöhung bei der „neuen“ Metro eine Absage: Das sei nicht geplant. Der Media-Saturn-Minderheitsaktionär hatte Mitte August erklärt, eine Kapitalspritze für MediaSaturn könne „nicht mehr lange verschoben werden“.

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Kellerhals gehören 21,6 Prozent an Media-Saturn. Er hätte nur dann ein Mitspracherecht, wenn sich MediaMarkt und Saturn aus dem Metro-Reich verabschieden sollten. Koch will das umgehen, indem er stattdessen den großen Rest des Geschäfts ausgliedert. Metro begründet die Aufspaltung zwar damit, beiden Firmenteilen „neue Wachstumsperspektiven“ zu geben. Gleichzeitig kann Metro aber auch auf eine Lösung des Konflikts mit Kellerhals hoffen, der seit Jahren gegen die Metro-Führung opponiert. Analysten halten eine Fusion von Media-Saturn mit der britischen Dixon Carphone für möglich. Kellerhals selbst liebäugelt damit, Media-Saturn zusammen mit einem Finanzinvestor zu übernehmen. Er wirft Metro-Chef Koch jedoch vor, dafür „unrealistisch hohe Preise“ zu verlangen.

Formal muss die Hauptversammlung im Februar 2017 über die Aufspaltung beschließen. Doch die Zustimmung gilt als sicher. "Jeder der drei Großaktionäre hat (...) signalisiert, den Prozess der Spaltung unterstützend begleiten zu wollen", hieß es in der Mitteilung. Die Familien Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim halten zusammen fast 50 Prozent an der Metro AG. Sitz beider Unternehmen bleibt Düsseldorf.

Neuer Aufsichtsratschef des Unterhaltungselektronik-Konzerns soll der ehemalige Deutsche-Bank -Vorstandschef Jürgen Fitschen werden. Er sitzt schon seit 2008 im Metro-Aufsichtsrat. Dessen Chef Jürgen Steinemann wechselt in gleicher Funktion zum neuen Cash&Carry- und Lebensmittel-Konzern.

Von

rtr

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