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14.04.2016

16:36 Uhr

Metro

Mitarbeiter sollen Real-Umbau mitfinanzieren

Metro nimmt die Real-Angestellten in die Pflicht: Während des Umbaus der Supermarktkette sollen sie laut einem Bericht auf Teile von Urlaubs- und Weihnachtsgelds verzichten. Die Sparte erhält zudem zwei neue Chefs-

Rewe, Edeka, Kaufland – die Konkurrenz für die Real-Märkte ist stark. dpa

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DüsseldorfDer Handelskonzern Metro will seine Problemsparte Real umbauen und Insidern zufolge dafür auch die Mitarbeiter der Supermarktkette in die Pflicht nehmen. Zur Finanzierung des neuen Konzepts sollten die Beschäftigten auf Teile ihres Urlaubs- und Weihnachtsgelds verzichten, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Im Gegenzug sollten für einen Zeitraum von drei Jahren die Real-Standorte und die Arbeitsplätze gesichert sein. Ein Metro-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

Auf einer Informationsveranstaltung für Geschäftsleiter, Führungskräfte und Betriebsräte in Neuss habe die Geschäftsführung erklärt, ohne die Beteiligung der Mitarbeiter seien die Pläne nicht zu finanzieren, sagten die Insider. Allein für einen Pilotmarkt in Krefeld sei mit Investitionen im hohen einstelligen Millionenbereich zu rechnen. Metro-Chef Olaf Koch habe bei der Veranstaltung angedeutet, dass es zu dem neuen Konzept keine Alternative gebe – außer einzelne Filialen zu verkaufen und andere zu schließen.

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Um den Umsatzschwund bei Real zu stoppen und eine Antwort auf die starke Konkurrenz von Rewe, Edeka, Kaufland und den Discountern zu finden, wolle die Geschäftsführung weg vom reinen Selbstbedienungs-Konzept und dafür Service, Gastronomie und Erlebnischarakter für den Kunden groß schreiben, sagten die Insider. Non-Food-Artikel wie Bücher, Strümpfe und Schuhe im Eingangsbereich sollten Service-Theken etwa für Backwaren oder frisch gerösteten Kaffee weichen, Probierstationen sollten die Kunden bei Laune halten. Der Einladung der Real- und Metro-Geschäftsführung, des Real-Gesamtbetriebsrats sowie der Gewerkschaft Verdi seien am Donnerstag 1800 Menschen gefolgt. Die Verdi-Tarifkommission werde nun über das Konzept beraten, bevor dann mit dem Management verhandelt werde.

Real betreibt in Deutschland 293 Märkte, das Auslandsgeschäft hat Koch bereits verkauft. Es handelt sich dabei oft um relativ große Geschäfte mit Verkaufsflächen von 5.000 bis 15.000 Quadratmetern. Der Umsatz von Real sank zuletzt um über acht Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Um die Kette auf Trab zu bringen, begann die Geschäftsführung mit der Modernisierung der Märkte und verabschiedete sich aus der Tarifbindung, um Kosten zu senken. Koch zufolge liegt das Gehaltsniveau bei Real deutlich über dem der Konkurrenten. Er hatte gesagt, dass Metro bereit sei, in die Kette zu investieren, wenn Real die Kostennachteile gegenüber den Wettbewerbern beseitigen könne. Insidern zufolge lotet Metro auch einen möglichen Verkauf von Real aus.

Impulse soll auch eine neue Doppelspitze bei Real liefern. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen mit sofortiger Wirkung Finanzchef Henning Gieseke und Einkaufschef Patrick Müller-Sarmiento, die schon seit vielen Jahren bei Real tätig sind. Der bisherige Chef Didier Fleury werde neue strategische Aufgaben im Konzern übernehmen, teilte die Metro mit. Der 60-jährige Franzose wurde im August 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung von Real Deutschland. Nun sei der richtige Zeitpunkt für einen Generationenwechsel, erklärte Koch.

Von

rtr

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