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02.02.2017

01:01 Uhr

Metro, Real, Saturn

Retail Media Group will Kundendaten vergolden

Ceconomy steigt ins Online-Werbegeschäft ein: Die Metro-Nachfolgefirma hat eine Tochter namens Retail Media Group gegründet, die Kundendaten der zum Konzern gehörigen Ketten für Werbezwecke ausschlachten soll.

Big Data im Einkaufswagen: Die neu gegründete Metro-Tochter Retail Media Group soll Kundendaten für Online-Werbung aufbereiten. dpa

Media Markt

Big Data im Einkaufswagen: Die neu gegründete Metro-Tochter Retail Media Group soll Kundendaten für Online-Werbung aufbereiten.

DüsseldorfEine Tochtergesellschaft der Metro -Nachfolgerin Ceconomy will mit Kundendaten Geld verdienen. Die neu gegründete Retail Media Group (RMG) soll auf Daten unter anderem von Media-Saturn zurückgreifen, damit RMG-Kunden Online-Werbekampagnen passgenau auf Verbraucher zuschneiden können, wie RMG am Donnerstag mitteilte.

RMG wertet dabei anonymisierte Besucher- und Kaufdaten der Elektronikhändler Media Markt und Saturn, der Supermarktkette Real, Metro, Hitmeister sowie der Media-Saturn-Onlinetochter Redcoon aus. Diese verzeichnen auf ihren Online-Seiten täglich über bis zu zehn Millionen Kundenkontakte.

Praxisbeispiel – Wie Media Markt seine Daten nutzt

Wertvolle Daten

Rund 9,5 Millionen Mitglieder in sieben Ländern hat Media Markt bereits in seinem Club. Media Markt belohnt die Mitglieder mit individuellen Angeboten, Gutscheinen oder kostenloser Lieferung und bekommt im Gegenzug die Kundendaten.

Dynamische Preise

Genutzt werden diese Daten auch bei der Preisgestaltung. Sie fließen in die Algorithmen ein, die die elektronischen Preisschilder an den Regalen steuern.

Schnelle Erfolge

Die Auswertung der Daten zeigt auch, wie wertvoll Club-Mitglieder sind. So geben sie nach Angaben von Media Markt fast doppelt so viel Geld aus wie andere Kunden, der Wert ihres Einkaufs liegt im Schnitt 57 Prozent höher.

"Wir Händler besitzen riesige Datenschätze, die wir heben müssen", sagte Media-Saturn-Chef Pieter Haas. "Wenn wir uns dabei branchen-übergreifend zusammentun, wird die Kombination dieser Besucher- und Transaktionsdaten zusätzliche Erlösquellen sichern." RMG ist damit offen auch für andere Händler.

Chef der RMG ist Richy Ugwu, der 29-Jährige kommt von der Konzernmutter Metro. RMG könne es Firmen ermöglichen, bestimmte Verbraucher für ihre Produkte anzusprechen und ihre Werbung auf diese abzustimmen - etwa Kundengruppen, die sich für gute Rotweine, trendige Musik und teure Smartphones interessiert haben. Der Einstieg ins Online-Werbegeschäft mit der RMG folgt auf die Aufspaltung des Konzerns.

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Ceconomy soll dabei Nachfolger des Handelsriesen Metro werden, das Lebensmittelgeschäft um die Großmärkte und die Supermarktkette Real soll abgespalten werden. Größte Beteiligung der Holding Ceconomy ist dabei Media-Saturn, weitere Töchter sollen folgen.

Die Metro-Aktionäre sollen bei der Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf über die Aufteilung entscheiden, im Sommer soll diese dann über die Bühne gehen.

Von

rtr

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