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12.07.2012

14:49 Uhr

Metro-Rivale

Spaniengeschäft bringt Carrefour Umsatzminus

Für Europas größten Einzelhändler Carrefour ist das zweite Quartal nicht gut gelaufen. Vor allem in Spanien und Italien wurde weniger gekauft. Der Umsatz der Handelskette ging zurück - jedoch weniger stark als erwartet.

Eine Kundin schiebt ihren Einkaufswagen in eine Carrefour-Filiale. Reuters

Eine Kundin schiebt ihren Einkaufswagen in eine Carrefour-Filiale.

ParisSparsame Konsumenten in Spanien und Italien haben dem größten europäischen Einzelhändler Carrefour im zweiten Quartal ein Umsatzminus eingebrockt. Das gute Geschäft in Brasilien - nach Frankreich mittlerweile der größte Absatzmarkt - bewahrte den Handelsriesen aber vor noch größeren Rückschlägen wegen der Schuldenkrise in Südeuropa.

Zudem scheint sich die Abwärtsspirale in den beiden großen Volkswirtschaften Südeuropas nicht weiter zu drehen. Finanzchef Pierre-Jean Sivignon zeigte sich daher optimistisch, in diesem Jahr einen Betriebsgewinn von mehr als zwei Milliarden Euro zu erreichen. Carrefour-Papiere schossen in Paris um mehr als sieben Prozent nach oben und rissen auch die Aktien des deutschen Konkurrenten Metro mit.

Wie die weltweite Nummer zwei der Branche nach Wal-Mart am Donnerstag mitteilte, sank der Umsatz im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 1,3 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro. Erst vor wenigen Wochen hatte der neue Konzernchef George Plassat eingeräumt, es werde noch Jahre dauern, den Konzern wieder auf ein solides Fundament zu stellen.

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Auch nach dem Rückzug aus dem griechischen Markt drückt die Schuldenkrise heftig auf das Geschäft des Handelsriesen. In Spanien brachen die Umsätze im zweiten Quartal um 7,4 Prozent ein, in Italien um 4,3 Prozent. Beide Länder stecken nicht zuletzt wegen der Spar- und Reformprogramme zur Sanierung des Staatshaushalts tief in der Rezession. Während das Wirtschaftswachstum selbst im Boom-Land China abflaut, hat sich der riesige brasilianische Markt zum wichtigen Umsatzträger entwickelt.

Trotz der Zuspitzung in der Schuldenkrise gibt es in den Mittelmeerländern erste positive Anzeichen. So habe sich in den spanischen Geschäften der Abwärtstrend beim Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresanfang verlangsamt. In Italien habe das Geschäft mit Verbrauchsartikeln - außer Lebensmitteln - in den riesigen Hyper-Märkten sogar wieder zugelegt, teilte Carrefour weiter mit. Den Umsatzrückgang von 5,7 Prozent in den kostenintensiven Hyper-Märkten auf dem Heimatmarkt begründete Carrefour mit Preissenkungen und der Wirtschaftsschwäche.

"Das war bei Carrefour nicht so schlecht wie einige befürchtet hatten", sagte ein Händler. Analysten hatten im Durchschnitt mit 70 Millionen Euro weniger Umsatz gerechnet. Positiv bewerteten Investoren einen Hinweis zum Jahresergebnis vom Finanzchef - der neue Konzernvorsitzende ist bisher ein Gewinnziel schuldig geblieben.

Zu Analysten sagte Finanzvorstand Sivignon nun, er fühle sich mit ihrer Ebit-Schätzung für das Gesamtjahr zwischen 2,03 und 2,09 Milliarden Euro wohl. Dies wäre ein Rückgang von fünf bis acht Prozent im Jahresvergleich. Eine Gewinnwarnung des heimischen Konkurrenten Danone wegen der Spanien-Krise hatte viele Analysten auch bei Carrefour ähnliche Hiobsbotschaften erwarten lassen.

Von

rtr

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