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27.11.2016

14:12 Uhr

Metrotochter

Real plant den Befreiungsschlag

Die Supermarktkette Real will zurück auf den Wachstumskurs. Ein neu eröffneter Pilotladen in Krefeld umwirbt die Kunden mit selbstgeröstetem Kaffee, frischer Pizza und Steaks vom Grill. Doch kann das klappen?

Eine mit Millionenaufwand errichtete neue Filiale in Krefeld, die als Blaupause für den Umbau der ganzen Kette dienen soll, lockt die Kunden nicht nur mit endlosen Regalen, sondern mit Gastronomie-Angeboten und Wohlfühl-Ambiente. dpa

Real-Pilotmarkt

Eine mit Millionenaufwand errichtete neue Filiale in Krefeld, die als Blaupause für den Umbau der ganzen Kette dienen soll, lockt die Kunden nicht nur mit endlosen Regalen, sondern mit Gastronomie-Angeboten und Wohlfühl-Ambiente.

Krefeld„Einmal hin. Alles drin.“: Bislang präsentiert sich die SB-Warenhauskette Real in der Werbung vor allem als idealer Platz zum Einkaufszettel-Abhaken. Der Erfolg bei den Kunden ist eher bescheiden. Die Kette schrumpft seit Jahren und wurde zum Sorgenkind des Mutterkonzerns Metro.

Doch jetzt plant der neue Real-Chef Patrick Müller-Sarmiento einen Befreiungsschlag. Eine mit Millionenaufwand errichtete neue Filiale in Krefeld, die als Blaupause für den Umbau der ganzen Kette dienen soll, lockt die Kunden nicht nur mit endlosen Regalen, sondern mit Gastronomie-Angeboten und Wohlfühl-Ambiente. „Man kann einkaufen, schlendern, sich unterhalten. Wir haben den Marktplatz wiederbelebt“, wirbt Müller-Sarmiento. Er will den Einkauf zum Erlebnis machen.

Wo in den meisten Läden eine Aufbackstation für Brötchen steht, findet sich in dem neuen Laden eine komplette Bäckerei. Hier werden nicht nur Brötchen, sondern auch Sauerteigbrote unter den Augen der Kunden gebacken. Die Café-Bar verfügt über eine eigene Röstmaschine, um Kaffeebohnen vor Ort den letzten Schliff zu geben. Es gibt eine gläserne Metzgerei, in der die Kunden die Wurstherstellung beobachten können, eine Shushi- und eine Austern-Bar, und natürlich einen echten Pizzaofen für Freunde italienischer Genüsse. Wer will kann auch an der Fleischtheke ein Steak kaufen, es vor Ort zubereiten lassen, an einem Tisch auf dem „Marktplatz“ verspeisen und mit einem Wein aus der Weinabteilung herunterspülen.

Die Idee mit der Gastronomie im Laden ist nicht wirklich neu. Rewe-Chef Alain Caparros etwa predigt seit Jahren: „In Zukunft wird der Supermarkt ein Ort der Begegnung sein.“ Und die besten Edeka- und Rewe-Läden sind sogar Vorreiter in diesem Bereich.

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Doch bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der Müller-Sarmiento das Konzept umsetzt. Um Ideen für den neuen Markt zu sammeln, war der Manager monatelang unterwegs. Er besuchte Geschäfte in Japan und den USA, aber auch den Viktualienmarkt in München und den Münstermarkt in Freiburg.

Auffallend ist die Spannweite des Angebots. In der Kosmetikabteilung steht die Eigenmarken-Seife für 0,29 Cent pro Stück nur einen Schritt entfernt von der Seife aus einer traditionsreichen Seifenmanufaktur, die fast 50 Mal so teuer ist. In der Fleischabteilung reicht das Angebot vom Rinderhack für 4,40 Euro pro Kilo bis zum japanischen Kobe-Rind für 199 Euro je Kilogramm.

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