Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.03.2017

22:23 Uhr

Metzgereien

„Wir sind das Mutterland der Wurst“

Thüringer Rostbratwurst oder luftgetrocknete Salami: Bayern und Thüringen bilden das Mekka für Metzger. Nirgendwo gibt es mehr geschützte Wurstsorten. Momentan mangelt es allerdings an Nachwuchs.

Frische Fleischprodukte sind bei den Konsumenten besonders beliebt. Doch was passiert, wenn der Nachwuchs ausbleibt? dpa

Metzgerei

Frische Fleischprodukte sind bei den Konsumenten besonders beliebt. Doch was passiert, wenn der Nachwuchs ausbleibt?

Erfurt/FrankfurtEs riecht deftig im Metzger-Laden um die Ecke: Fein aufgeschnittene Wurstsorten, Schinken satt und frisch geräucherte Leberwurstringe sorgen für das Flair, das traditionelle Handwerksbetriebe ausmacht. Doch wie lange noch? „Verschwindet bald unsere Kiez-Fleischerei?“, sorgen sich nicht nur Berliner in Reinickendorf. Auch anderswo in Deutschland steht das Metzgerhandwerk unter Druck - durch den Wettbewerb mit Supermärkten, sinkende Azubizahlen, fehlende Nachfolger für alteingesessene Betriebe, aber auch den Trend zu vegetarischer Ernährung.

Quasi als Schlaraffenland für Wurst- und Fleischliebhaber dürften da Thüringen und Bayern gelten. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es – bezogen auf die Einwohnerzahl – so viele Fleischer-Fachgeschäfte. Nach Zahlen des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV) in Frankfurt am Main sind es in Thüringen 46 Geschäfte pro 100.000 Einwohner, in Bayern 43. Berlin kommt dagegen nur auf 5, Nordrhein-Westfalen auf 16, Mecklenburg-Vorpommern auf 19. In Baden-Württemberg sind es immerhin noch 32 und in Sachsen 38.

Vom Metzger bis zum Taxifahrer: Einblicke in ein anderes Deutschland

Vom Metzger bis zum Taxifahrer

Premium Einblicke in ein anderes Deutschland

Zwei Künstler in einem Dorf voller Nazis, ein Metzger, der die Welt nicht mehr versteht, gesprächige Taxifahrer und das Ende eines Inseltraums: Vier Geschichten von Menschen und ihrem Deutschland.

Fachleute sind sich einig: Thüringen und Bayern, manche rechnen auch Nordhessen dazu, sind Deutschlands Wurstbastionen. Während DFV-Sprecher Gero Jentzsch die Metzgerhochburgen dezent mit der „stolzen und ausgeprägten Tradition der handwerklichen Wurstherstellung“ begründet, sagt Thüringens Landesinnungsmeister Günter Grüner: „Wir sind das Mutterland der Wurst.“

Stolz ist Thüringen vor allem auf seine Bratwurst. Sie steht ebenso wie luftgetrocknete „Feldgieker“, Rot- und Leberwurst sowie Greußener Salami als regionale Spezialität unter dem Schutz der EU - und darf andernorts nicht nachgemacht werden. Das hat den Thüringer Bratwurstabsatz in den vergangenen Jahren verdoppelt.

„So viele EU-geschützte Wurstsorten wie Thüringen hat meines Erachtens kein anderes Bundesland“, sagt Uwe Keith, Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst. Europaweit geschützt ist auch eine Bratwurstspezialität aus dem benachbarten Franken, die „Nürnberger“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×