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27.11.2014

16:05 Uhr

Mexikanischer Multimilliardär

Slim steigt bei spanischem Baukonzern ein

Der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim steigt nun auch beim spanischen Baukonzern FCC ein – im großen Stil. Slim schaut sich verstärkt in Europa um, denn in seiner Heimat soll seine Dominanz verringert werden.

Carlos Slim vergrößert sein Imperium in Europa. Reuters

Carlos Slim vergrößert sein Imperium in Europa.

MadridDer mexikanische Multimilliardär Carlos Slim vergrößert sein Imperium in Europa. Nach seinen Engagements bei der früheren E-Plus-Mutter KPN aus den Niederlanden und Telekom Austria steigt der zu den reichsten Menschen der Welt zählende Magnat nun in großem Stil beim schuldengeplagten spanischen Baukonzern FCC ein. Wie dieser am Donnerstag mitteilte, erwirbt er über eine seiner Firmen im Zuge einer Kapitalerhöhung 25,6 Prozent. Dies lässt sich Slim nach eigenen Angaben bis zu 700 Millionen Euro kosten.

Der Mexikaner übernimmt die Bezugsrechte der bisherigen Mehrheitseignerin, der deutschstämmigen Unternehmerin Esther Koplowitz, deren FCC-Paket damit nach dem Kapitalschritt auf 22,4 Prozent verwässert. Sie hatte das Unternehmen von ihrem Vater geerbt, der das Geschäft als deutscher Einwanderer nach dem Ende des spanischen Bürgerkrieges 1939 aufgebaut hatte.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

FCC zählte einst zu den größten Arbeitgebern Spaniens. In Zeiten des Baubooms häufte sie aber einen gewaltigen Schuldenberg an. Um diesen abzutragen, verkaufte FCC Geschäftsteile, entließ Beschäftigte und beschloss zuletzt die Kapitalerhöhung.

Slim ist in Spanien bereits mit kleinen Unternehmensbeteiligungen engagiert. In seiner Heimat Mexiko dominiert er mit der Holding America Movil den Telekom-Markt. Doch Reformen der Regierung sollen die Dominanz des Platzhirsches verringern. Daher schaut sich der Unternehmer verstärkt in Europa um. Am KPN-Konzern hält er mehr als ein Fünftel, an Telekom Austria die Mehrheit.

Von

rtr

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