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28.07.2015

13:27 Uhr

Miese Halbjahresbilanz

Der Bahn bricht der Gewinn weg

Unwetter und die Lokführer-Streiks haben der Deutschen Bahn die Bilanz für das erste Halbjahr verhagelt. Konzernchef Rüdiger Grube schließt nach den miesen Zahlen auch einen Stellenabbau nicht mehr aus.

Bahn muss umstrukturieren

Beförderung vorgezogen: Pofalla rückt in Bahn-Vorstand auf

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BerlinEin Gewinneinbruch zwingt die Deutsche Bahn zu einem radikalen Konzernumbau. Bahnchef Rüdiger Grube führte den deutlichen Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr vor allem auf die Lokführer-Streiks und mehrere Unwetter zurück. „Wir haben bewegte Wochen hinter uns“, sagte Grube am Dienstag. Angesichts der anhaltenden Ertragsschwäche und Problemen in mehreren Geschäftsfeldern hatte der Bahnchef bereits am Montag einen Konzernumbau angekündigt. Ziel ist es, das bundeseigene Unternehmen effizienter, wettbewerbsfähiger und profitabler zu machen.

Die Bahn schloss einen Stellenabbau nicht aus. Seine konkreten Vorstellungen wolle er am 16. Dezember dem Aufsichtsrat vorlegen, kündigte Grube in Berlin an. „Wir werden jetzt die Ärmel aufkrempeln.“ Kritik, er reagiere zu spät, wies der Konzernchef zurück. Die Bahn ist mit rund 196.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Im Ausland hat sie gut 100.000 Mitarbeiter.

Die Baustellen des Bahnchefs: Grubes Umbau ist erst der Anfang

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Grubes Umbau ist erst der Anfang

Der Aufsichtsrat der Bahn hat den größten Konzernumbau seit Jahrzehnten abgesegnet. Doch mit den Personalien sind die Probleme noch nicht gelöst. Die Zahlen zeigen, dass Rüdiger Grubes Reform erst am Anfang stehen kann.

Im ersten Halbjahr sank das Ergebnis nach Steuern von 642 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 391 Millionen Euro, ein Minus von gut 39 Prozent. Das operative Ergebnis verringerte sich um fast ein Fünftel auf 890 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich von Januar bis Juni um 1,3 Prozent auf 20 Milliarden Euro.

„Die Streiks haben unseren Kunden viel Geduld abverlangt“. Die Ausstände hätten die Mitarbeiter zudem viel Kraft gekostet, dem Unternehmen seien wichtige Einnahmen entgangen, sagte Grube. Er bezifferte den wirtschaftlichen Schaden in den Jahren 2014 und 2015 auf insgesamt rund 500 Millionen Euro. Der lange Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ist mittlerweile gelöst.

Der neue Bahn-Vorstand

Rüdiger Grube

Der 63-Jährige ist seit Mai 2009 Vorsitzender des Vorstands. Sein Vertrag läuft bis Ende 2017.

Richard Lutz

Der 51-Jährige, zuständig für Finanzen und Controlling, wird künftig zusätzlich für die internationale Bustochter Arriva und die Gütertransporte jenseits des Schienenverkehrs zuständig sein (Lastwagen, Schiff, Flugzeug).

Volker Kefer

Der 59-jährige Kefer ist seit Herbst 2009 im Vorstand. Er wird künftig als Stellvertreter Grubes fungieren und wie zuletzt das Ressort Infrastruktur und Dienstleistungen leiten, ergänzt um Teilbereiche der Technik. Die Aufgaben der Techniksparte werden nach dem Weggang ihrer Chefin Heike Hanagarth verteilt.

Ulrich Weber

Der 65-jährige Weber, Personalvorstand, ist aus dem langen Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL bekannt. Er bleibt.

Ronald Pofalla

Der 56-Jährige löst Gerd Becht (63) als Konzernvorstand für Regeltreue, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit ab. Außerdem behält der Ex-Kanzleramtschef seine bisherige Aufgabe bei der Bahn: die Kontaktpflege zu Politikern im Bund und bei der EU in Brüssel.

Berthold Huber

Huber (51), ist bisher Chef der Bahntochter DB Fernverkehr. Nun soll er als Vorstandsmitglied nicht nur den gesamten Personenverkehr, sondern auch die Güterbahn leiten. Huber ersetzt Ulrich Homburg (59).

Finanzchef Richard Lutz korrigierte die Jahresprognose des Konzerns nach unten. Das operative Ergebnis (Ebit) werde bei mindestens zwei Milliarden Euro liegen, damit mindestens 200 Millionen Euro niedriger als noch im März geplant. Im Vorjahr hatte es 2,1 Milliarden Euro betragen. Unterm Strich wird für 2015 nun ein Gewinn von ungefähr einer Milliarde Euro angepeilt – etwa so viel wie 2014. Im März waren noch mindestens 1,1 Milliarde Euro erwartet worden.

Kommentare (5)

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28.07.2015, 11:34 Uhr

Mit der Energiewende auf Basis des marktfeindlichen EEG wird in Zukunft der Strom für die DB noch teuerer werden und damit werden noch mehr Kosten zu buche schlagen. Weiterhin wird sich die DB in der Zukunft mit Stromenpässen beschäftigen müssen. Da das EEG = Energiewende dafür sorgt, dass unser zuverlässige und billig erzeugende Kraftwerksmixpark auf Kohle, Gas und vor allen der Kernkraft komplett per politischen Dumping aus Deutschland verschwinden wird.
Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug, danch der Mangel und zum Schluss die Armut. Dies gilt in Zukunft für die Gesamte Volkswirtschaft und nicht nur für die DB. Strom ist und bleibt das Kernstück unseres wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand. Die Energiewende = EEG Politik VERNICHTET GERADE unser Kernstück und damit unseren sozialen und volkswirtschaftlichen Wohlstand!

Herr Christoph Fritsche

28.07.2015, 12:45 Uhr

Willkommen zur nächsten Runde von: Marc Hofmann hated gegen die Energiewende! (MHHGEW)

Da reich jeder Anlass, jede noch so weit hergeholte Vorlage um mal richtig Frust abzulassen. Da ist egal dass, die Bahn die veränderte Zahlungsbereitschaft des privaten Bahnnutzers nicht mehr trifft, nein das EEG ist Schuld.

Morgen geht's wieder weiter mit MHHGEW!

Herr Martin Wienand

28.07.2015, 13:13 Uhr

Wenn man chronisch massiv unzuverlässig ist wie die Deutsche Bahn, muss man sich nicht wundern, wenn die Kunden wegbleiben.

Älteren Menschen kann man gar nicht mehr empfehlen, mit der Bahn zu fahren. Die Bahn ist viel zu unberechenbar und damit auch zu strapaziös.

Das gilt auch für alleinstehende Mütter mit Kindern.

Kann schnell in einen ganz heftigen Horrortrip ausarten, und oft genug wird es auch einer..

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