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22.02.2006

17:40 Uhr

Mieterbund warnt vor negativen Folgen

Fortress will Dresdner Wohnungsbaugesellschaft

Der US-Finanzinvestor Fortress steht vor dem Zuschlag für die Übernahme der rund 50 000 Wohnungen der Stadt Dresden. Für die „Woba“ sollen inklusive Schulden 1,75 Milliarden Euro gezahlt werden. Der deutsche Mieterbund warnt.

HB DRESDEN. Wie Stadtsprecher Kai Schulz am Mittwoch mitteilte, soll die „Fortress Deutschland GmbH“, eine Tochtergesellschaft von „Fortress Investment Group“, die Wohnungen übernehmen. Das letzte Wort habe der Stadtrat, der am 9. März über den Verkauf abstimmt.

Von den 1,7 Mrd. Euro sollen 981 Mill. Euro direkt in den Stadthaushalt fließen, sagte Schulz. Damit wäre Dresden praktisch schuldenfrei. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 700 Mill. Euro. Mit der restlichen Summe von rund 700 Mill. Euro sollen Schulden der „Woba“ beglichen werden, die aus zurückliegenden Investitionen für die Modernisierung der rund 50 000 Wohnungen stammen.

Der Direktor im Deutschen Mieterbund, Franz-Georg Rips, appellierte an die Dresdner Stadträte, das Vorhaben abzulehnen, und sich nicht von dem Milliardenangebot blenden zu lassen. Wer eine sozialverantwortliche Politik betreiben wolle, dürfe dem Ausverkauf nicht zustimmen.

Das Angebot des Investors Fortress sei ein Albtraum, sagte Rips. Der hohe Kaufpreis bedeute einen hohen Verwertungsdruck. Der Investor müsse in den nächsten Jahren eine hohe Rendite erwirtschaften. Darunter würden auch notwendige Modernisierungsvorhaben leiden, warnte der Direktor. Mit dem Verkauf würde Dresden zugleich den Einfluss auf die kommunale Wohnungspolitik und den Stadtumbau aufgeben.

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