Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2014

16:24 Uhr

Milliardenübernahme

Schweppes-Hersteller kauft Jim Beam

Für 16 Milliarden Dollar kauft der Schweppes-Hersteller Suntory den weltberühmten amerikanischen Whiskey-Produzenten Jim Beam – und wird drittgrößter Spirituosenkonzern der Welt. Die Beam-Aktien schießen in die Höhe.

Durch den Kauf von Jim Beam wird Suntory zum weltweit drittgrößten Spirituosenkonzern. ap

Durch den Kauf von Jim Beam wird Suntory zum weltweit drittgrößten Spirituosenkonzern.

LondonDer japanische Schweppes-Hersteller Suntory kauft für 16 Milliarden Dollar den amerikanischen Whiskey-Produzenten Beam und steigt damit zum weltweit drittgrößten Spirituosenkonzern hinter Diageo und Pernod Ricard auf. Die Transaktion solle im zweiten Quartal abgeschlossen werden, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Die Vorstände hätten dem Vorhaben bereits zugestimmt. An der Börse wurden die Pläne bejubelt, die Beam-Aktie schoss rund 25 Prozent in die Höhe.

2009 hatte Suntory den europäischen Limonaden-Hersteller Orangina Schweppes übernommen. Da die Verbraucher-Nachfrage in Japan schwächelt, ist das Unternehmen aus Osaka im Ausland auf Einkaufstour. Im September übernahm Suntory, die erst kurz zuvor an die Börse gegangen waren, bereits für 1,6 Milliarden Euro Softdrink-Geschäfte des britischen Pharma-Herstellers GlaxoSmithKline. Dazu gehören Sport- und Energydrinks sowie Ribena Fruchtsäfte. Im Spirituosenmarkt konkurrieren die Japaner mit Branchengrößen wie Diageo, Pernod Ricard oder Remy Cointreau.

Wo Spirituosen beliebt sind

Wodka

Die Heimat des Kartoffelschnaps ist und bleibt Russland. Mit einem Marktanteil von 45 Prozent wird nirgendwo mehr Wodka getrunken. Auf Platz 2 landen die USA mit 13,2 Prozent. Dahinter landen die Ukraine (8,1 Prozent), Polen (6,2 Prozent) und Uzbekistan (2,8 Prozent).

Whisky

Der mit Abstand größte Whiskymarkt der Welt ist mittlerweile Indien. 46,7 Prozent der Weltproduktion werden auf der indischen Halbinsel konsumiert. Die USA landen mit 14,4 Prozent auf dem zweiten Platz. Es folgen Frankreich (4,8 Prozent), Japan (3,4 Prozent) und Großbritannien (2,5 Prozent).

Brandy

Auch beim Brandy landen die Inder auf dem ersten Platz. Mit einem Marktanteil von 26,7 Prozent ist der Abstand hier allerdings weniger deutlich. Dahinter landen die Philippinen (16,1 Prozent), Russland (7,4 Prozent), die USA (6,3 Prozent) und Brasilien (4,7 Prozent).

Gin

Das einstige Lieblingsgetränk der verstorbenen Queen Mum ist nirgendwo so beliebt wie auf den Philippinen. Mit einem Marktanteil von 36 Prozent konsumiert das südostasiatische Land den größten Teil der Weltproduktion. Andere Länder, in denen der Wacholderschnaps häufig getrunken wird: USA (21,2 Prozent), Spanien (6,6 Prozent), Großbritannien (5,1 Prozent) und Indien (4,3 Prozent).

Tequila

Mexiko, die Heimat des Agavenschnapses, landet mit 33,6 Prozent nur auf dem zweiten Platz. Mehr als die Hälfte der Weltproduktion konsumiert dagegen der reiche Nachbar im Norden, die USA (50,2 Prozent). Dahinter landen: Russland (1,5 Prozent), Deutschland (1,5 Prozent) und Kanada (1,1 Prozent).

Rum

Das karibische Lebensgefühl von Bacardi und Havanna Club sind längst ein Exportschlager. Mit Abstand der größte Teil der Weltproduktion geht nach Indien (Marktanteil: 31,8 Prozent). Ebenfalls beliebt ist der Zuckerrohrschnaps in den USA (15,8 Prozent), den Philippinen (10,9 Prozent), Kuba (4,1 Prozent) und Spanien (3,0 Prozent).

Zum Beam-Konzern gehören unter anderem Marken wie Jim Beam, Maker's Mark Bourbons und Sauza Tequila. Die Japaner vertreiben mehrere Marken, die in Deutschland allerdings nicht besonders bekannt sind.

Die Regulierungsbehörden und die Beam-Aktionäre müssen der Transaktion noch zustimmen. Der Kaufpreis setzt sich aus 13,6 Milliarden Dollar in bar und der Übernahme von Schulden zusammen. Der Bar-Anteil liegt bei 83,50 Dollar pro Beam-Aktie, was einem Aufschlag von 25 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag entspricht.

Das Management-Team um Beam-Chef Matt Shattock soll im Amt bleiben. Beam hat seinen Hauptsitz in der Nähe von Chicago. Beide Konzerne kooperieren bereits. Im Rahmen der Zusammenarbeit vertreibt Suntory Beam-Produkte in Japan, die Amerikaner wiederum Suntory-Erzeugnisse in Singapur und anderen asiatischen Märkten.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×