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28.11.2012

18:41 Uhr

Milliardenüberschuss

Deutsche Bahn strebt Rekordgewinn an

Die Deutsche Bahn blickt optimistisch auf das kommende Jahr: Der Rekordgewinn aus diesem Jahr soll noch einmal übertroffen werden und der Umsatz soll noch stärker steigen als bisher.

Der Umsatz- und Gewinnanstieg spiegelt sich laut Bahn auch in wachsender Verkehrsleistung wider. dpa

Der Umsatz- und Gewinnanstieg spiegelt sich laut Bahn auch in wachsender Verkehrsleistung wider.

BerlinDie Deutsche Bahn bleibt trotz des Wirtschaftsabschwungs optimistisch und peilt für 2013 eine weitere Gewinn- und Umsatzsteigerung an. Nach einem Rekordgewinn von gut 2,7 Milliarden Euro 2012 soll dieser im nächsten Jahr auf 2,9 Milliarden Euro klettern, wie aus Konzernunterlagen hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlagen. Der Umsatz soll noch stärker steigen: Mit 41,6 Milliarden Euro ist ein Plus von 5 Prozent gegenüber 2012 geplant. Ein Bahnsprecher sagte auf Anfrage, interne Unterlagen kommentiere das Unternehmen nicht.

Mit ähnlichen Steigerungen wird von der Bahn auch in den fünf Folgejahren gerechnet: So soll der Umsatz bis 2017 auf über 50 Milliarden Euro und der Gewinn (vor Steuern und Zinsen) auf vier Milliarden Euro in der Mittelfristplanung steigen. 2017 läuft dann der neue Vertrag von Bahnchef Rüdiger Grube aus, der noch im Dezember geschlossen werden soll.

Der Umsatz- und Gewinnanstieg spiegelt sich laut Bahn dann auch in wachsender Verkehrsleistung, also transportierten Passagieren oder Tonnen kombiniert mit Kilometerzahl, wider. „Über den Mittelfristzeitraum kann der DB-Konzern seine Verkehrsleistung durchgängig steigern“, heißt es in den Unterlagen. „Im Schienenpersonenverkehr liegt das durchschnittliche Wachstum bei 0,8 Prozent pro Jahr.“ Der Personenverkehr hatte die Bahn zuletzt mit deutlichem Zuwachs trotz Schwäche im Güter- und Logistikgeschäft auf Rekordkurs beim Gewinn gehalten.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Für die Zukunft ist das Unternehmen jedoch noch optimistischer mit Blick auf die zuletzt schwächelnde Sparte Güterbahn. „Stärker zulegen wird der Schienengüterverkehr, der in seiner Mittelfristplanung von einem jährlichen Zuwachs in Höhe von 3,4 Prozent ausgeht“, heißt es. Die Bahn will in diesem Jahr mit einem Sanierungskurs die Güterbahn in Deutschland wieder in die schwarzen Zahlen führen.

Von

rtr

Kommentare (6)

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JR1

28.11.2012, 21:58 Uhr

Frechheit!!!

Ein Unternehmen welches noch so abhängig vom Staat ist sollte nicht jedes Jahr Preise erhöhen dürfen nur um jährlich noch größere Gewinne zu erzielen.

Das geht nur auf Kosten der Steuerzahler und dies auch noch doppelt. Infrastruktur Fördermittel + immer höhere Ticketerlöse sind einfach zu viel des guten....

Wenn die Gewinne machen wollen sollen die erstmal alle Kosten tragen.

Account gelöscht!

28.11.2012, 22:58 Uhr

"Deutsche Bahn strebt Rekordgewinn an"

Ergebnis einer erfolgreichen "Privatisierung":

Das Volksvermögen ist weg und die neuen Besitzer halten sich an denen gütlich, denen es einst gehörte.

Dieses System - das Ganze - ist krank, so krank.

Account gelöscht!

28.11.2012, 23:47 Uhr

Mir wird schlecht...
Das heißt nichts anderes als, dass die Preise unverschämt weiter steigen, für mich sind sie jetzt schon kaum bezahlbar. Da sich immer weniger Menschen Autos leisten können, sind viele auf Bus und Bahn angewiesen. Das wird ausgenutzt und sich dann noch größerer Profite gerühmt. Die Gewinne werden nach oben verteilt, unten kommt nichts an. Der Neobliberalismus nimmt schon lange kriminelle Züge an.

"Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro"

Kann mir jemand erklären wieso ein privates Unternehmen Steuern als Gewinn verbuchen kann und um welche Steuern es sich handelt?

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