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17.12.2015

17:27 Uhr

Mineralöle in Adventskalendern

Behörde veröffentlicht Hersteller

Mineralölrückstände in Adventskalendern: Nach heftiger Kritik von Foodwatch hat eine bayerische Behörde die Namen betroffener Hersteller genannt. Ein Unternehmen wehrt sich jedoch gerichtlich gegen die Veröffentlichung.

Fünf von elf getesteten Kalendern waren laut LGL mit Mineralöl-Rückständen verunreinigt. dpa

Adventskalender

Fünf von elf getesteten Kalendern waren laut LGL mit Mineralöl-Rückständen verunreinigt.

ErlangenDas bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat die Namen der Hersteller veröffentlicht, in deren Adventskalendern Mineralöl-Rückstände gefunden wurden. Bei einem Test hatte die Behörde in fünf von elf untersuchten Kalendern geringe Mengen sogenannter aromatischer Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Nach LGL-Angaben können diese potenziell krebserregende Substanzen enthalten. Das Landesamt betonte auf seiner Internetseite aber nochmals, dass der Verzehr der Schokolade „keinen Anlass zur Besorgnis“ gebe.

Derzeit sei es nicht möglich, einen gesundheitlichen Grenzwert für diese Stoffe zu ermitteln. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es nicht. Trotzdem seien MOAH in Lebensmitteln generell „unerwünscht“.

Fünf Dinge, die man über Zucker wissen sollte

WHO-Empfehlung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass weniger als 10 Prozent der Nahrung freier Zucker sein sollen. Damit sind nicht nur zugesetzte Zucker gemeint, sondern auch die natürlich in Honig, Sirup und Fruchtsäften enthaltenen. Wer mehr isst, erhöht das Risiko für Karies, Übergewicht und Fettleibigkeit.

Deutscher Durchschnittskonsum

Im Durchschnitt nehmen Deutsche knapp über 100 Gramm Zucker pro Tag zu sich, pro Jahr ergibt das etwa 36 Kilogramm. Das entspricht rund 22 Prozent der Nahrung – das Doppelte von dem, was die WHO und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung raten.

Auch in Salaten ist Zucker

Nicht jedes Lebensmittel, das viel Zucker enthält, ist eine Süßigkeit. Die Verbraucherzentralen fanden in einer Studie Fleischsalat mit 6,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm, Krautsalat mit 12,3 Gramm und Soßenbinder mit 31 Gramm. Gut 200 Gramm des Krautsalats würden also den Tagesbedarf an Zucker decken.

Weltweite Produktion

Rund 175 Millionen Tonnen Zucker werden pro Jahr weltweit produziert. Mit Abstand größter Produzent und Exporteur der letzten Jahre ist das Land, in dem der Zuckerhut steht: Brasilien. Dort wird auch am meisten Zucker pro Kopf konsumiert.

Etymologie

Das Wort „Zucker“ stammt vom Sanskrit-Wort „sarkara“, das Geröll oder Kiesel bedeutet. Araber brachten das Zuckerrohr aus Indien in den Mittelmeerraum, von dort aus gelangte es über Italien nach Deutschland. Rüben werden erst seit dem 19. Jahrhundert für die industrielle Zuckergewinnung genutzt.

Das „Vorhandensein auch nur von geringen Bestandteilen einer potenziell krebserregenden Substanz stellt durchaus einen wichtigen Aspekt im Rahmen der Kauf- oder Konsumentscheidung eines Verbrauchers dar und unterliegt daher einem besonderen Informationsinteresse“, schrieb das LGL in einem Brief an die Verbraucherorganisation Foodwatch. Diese hatte auf die Veröffentlichung der Namen und Ergebnisse des Tests gedrängt.

Die Organisation kritisierte, dass die Behörden bereits Ende November den Verkauf der Kalender hätten stoppen und die Öffentlichkeit informieren können. Nun - wenige Tage vor Weihnachten - sei der Großteil der Schokolade bereits verzehrt. Laut Foodwach forderten in einer E-Mail-Aktion der Organisation an die bayerische Verbraucherministerin Ulrike Scharf (CSU) mehr als 17 000 Menschen, die Namen der Hersteller öffentlich zu machen.

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