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19.04.2011

20:40 Uhr

Mischkonzern

Haniel-Chef geht nicht auf Einkaufstour

Der Mischkonzern Haniel will seiner Beteiligung Celesio keine größeren Zukäufe finanzieren.

Jürgen Kluge,  Haniel-Vorstandsvorsitzender. Quelle: dpa

Jürgen Kluge, Haniel-Vorstandsvorsitzender.

FrankfurtDer Mischkonzern Haniel will seiner Beteiligung Celesio keine größeren Zukäufe finanzieren. "Erstens hat der Großaktionär Haniel nicht das dazu erforderliche Geld, um laufend große Akquisitionen vornehmen zu können", sagte Haniel-Chef Jürgen Kluge der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). "Zweitens muss man dann ja auch erst einmal etwas Passendes finden. Und zu guter Letzt macht es aus unserer Sicht keinen Sinn, sich aus Problemen herauszukaufen." Wenn man etwa durch die Regulierung ein Problem im Kerngeschäft mit den Apotheken habe, solle man dieses erst einmal beheben und den Bereich auf Vordermann bringen.

Theoretisch sei auch eine Trennung von dem Pharmahändler möglich, an dem Haniel knapp 55 Prozent hält: "Wenn es einen besseren Eigentümer gäbe, der Preis stimmen würde und wir eine bessere Anlagealternative hätten, ja", sagte Kluge. "Aber das ist rein theoretisch. Jetzt kümmern wir uns erst einmal um die Neuorientierung."

Beim Handelskonzern Metro - an dem die Gesellschafterstämme Haniel und Schmidt-Ruthenbeck 50,01 Prozent der Aktien halten - stehen dagegen Investitionen an: Es werde der Markteintritt in weiteren großen Ländern diskutiert, sagte Kluge. "In Wachstumsregionen klotzen statt in vielen Ländern ein wenig kleckern ist die Devise des Managements.

Das finden wir als Anteilseigner der Metro sehr gut." Zugleich seien Fortschritte beim Verkauf von Immobilien des Handelsriesen erzielt worden. Einige der deutschen
Real-Märkte wurden vergangenes Jahr für rund 150 Millionen Euro verkauft.

"Mit der zweiten Tranche, einigen deutschen Cash & Carry-Märkten, haben wir in diesen Tagen ebenfalls eine gute Größenordnung realisiert", sagte Kluge. "Zusammengenommen sind das mehr als die im letzten Jahr angekündigten 800 Millionen Euro." Die Erlöse seien voll in den Schuldenabbau gesteckt worden. Doch in der Haniel-Gruppe und der damit verbundenen Finanzierung schlage der Verkaufsgewinn nicht bis auf die Franz Haniel & Cie. GmbH durch. "Somit erhalten wir noch nicht die nötige Luft für Zukäufe. Wir müssen also noch an anderen Stellen schauen, wie wir weitere Mittel freispielen", sagte Kluge.

Gerüchte, der Duisburger Investor wolle sich von Beteiligungen trennen, machen immer wieder die Runde, seit Kluge vor einem Jahr angekündigt hatte, in aussichtsreiche Geschäftsfelder und Regionen investieren zu wollen und das Portfolio des Duisburger Konzerns zu überprüfen.

Von

rtr

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