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18.07.2012

10:04 Uhr

Missmanagement

Berggruens Abstiegstruppe lähmt Karstadt

VonChristoph Schlautmann

Karstadt rutscht immer tiefer in die Krise. Die Umstände sind Schuld, sagt das Management um den Investor Berggruen. Die Fachwelt staunt und macht den Führungstrupp verantwortlich. Schlechte Aussichten für das Warenhaus.

Investor Nicolas Berggruen in Berlin: Kein Glück mit Führungskräften ddp

Investor Nicolas Berggruen in Berlin: Kein Glück mit Führungskräften

DüsseldorfEine eigene Schuld für die Misere bei Karstadt will Warenhaus-Chef Andrew Jennings nicht erkennen. Es sei das "wirtschaftlich schwierige Umfeld der Euro-Krise", gab der 64-jährige Brite zu Protokoll, die den Kaufhauskonzern nun zum Abbau von 2 000 Stellen zwinge.

Manager, die dem Essener Warenhauskonzern nahestehen, sehen das allerdings anders. Von diktatorischem Führungsstil ist dort die Rede, von hohem Führungskräfteverschleiß und - für den Unternehmenserfolg am gravierendsten - von einem verfehlten Wareneinkauf.

Um zwei Prozent sei der Umsatz binnen Jahresfrist eingebrochen, berichtet das Fachblatt "Lebensmittelzeitung". Mit einem voraussichtlichen Ertrag von weniger als 100 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liege Karstadt deutlich unter Plan.

Weg mit dem Karstadt-Mief

Video: Weg mit dem Karstadt-Mief

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Stimmen die Zahlen - ein Karstadt-Sprecher mag sich dazu auf Anfrage nicht äußern -, sind sie kaum mit dem aktuellen Einzelhandelsklima in Deutschland zu erklären. Denn niedrige Arbeitslosigkeit und steigende Konsumbereitschaft lassen die Kassen derzeit klingeln wie selten zuvor. Auch für die kommenden zwölf Monate bleiben die Erwartungen in der Branche mehrheitlich optimistisch, wie das Institut für Handelsforschung im Juni ermittelte.

Kommentare (14)

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Dr.comment

18.07.2012, 10:38 Uhr

Bei der Firma Karstadt geht und ging es Herrn Berggruen von Anfang an nur um die Immobilien! Der Verbot eines Einzelverkaufs von Liegenschaften wurde vom Insolvenzverwalter ja auch noch in letzter Sekunde genehmigt. Man wird sehen, in den kommenden Jahren werden ein Drittel der schlechten Häuser abgestossen und zu Geld gemacht, ein weiteres Drittelsteht on hold. Behalten wird man Objekte wie das KadeWe oder Karstadt in Hamburg .... wenn diese Objekte dann gute Zahlen abwerfen, folgt der Verkauf mit einem schönen Obolus...das schönste daran: Alles fast zum Nulltarif (5 Mio. €)!

Account gelöscht!

18.07.2012, 10:45 Uhr

Ich habe vor 20 Jahren gesagt,dass diese kotzhäßlichen Konsumtempel,in denen es "alles" gibt und alles ein bißchen
ramschiger,kein Mensch gern betritt.Diese miese Luft,die einen schon am Eingang mit billigem Parfüm vermischt,warm entgegebläst!Zum würgen.Dann die tageslichtlose rundum überwachte Atmosphäre,herrlich.Und wenn man nicht den absoluten Durchschnittsgeschmack hat,findet man dort eh nichts brauchbares.Wer sich da noch wirklich fragt,warum dieses Konzept am Ende ist,der kann einem leid tun.Betriebsblindheit ist das richtige Wort dafür,nehme ich an.

OnkelSam

18.07.2012, 10:47 Uhr

Vielleicht erinnern sich noch viele Leser an den Beitrag über Berggruens Imperium im Fernsehen. Dort zeigte sich, dass es sich bei den Kauf- und Finanzaktivitäten um eine "Heuschrecke" handelt, die die gekauften oder initiierten Objekte "auslutscht" und dann weiterzieht. Die Briefkastenfirmen in Holland etc. geben ebenfalls Hinweise darauf, dass Karstadt nicht gerettet, sondern gewinnbringend ausgenommen und verkauft werden soll. Investitionen Berggruens zur wirklichen Rettung von Karstadt sind bis dato: Fehlanzeige. Hier wird nicht gerettet, sondern geschreddert. Im Übrigen, Frau Schröder-Köpf, Ehefrau des Exkanzlers sitzt im Aufsichtsrat von Karstadt.

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