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02.06.2014

14:26 Uhr

Mit Witz zum Youtube-Star

Netz spottet über Rüffel für Air-Berlin-Flugbegleiter

Eine witzige Sicherheitsansage machte ihn berühmt: Ein Video mit einem Flugbegleiter von Air Berlin ist bei Youtube der Hit. Die kriselnde Fluggesellschaft zeigt sich wenig begeistert – und erntet im Netz viel Kritik.

Flugbegleiter Bernd Löwisch: Die Sicherheitsansage auf einem Flug von Hamburg nach Nürnberg machte ihn auf Youtube populär. Screenshot Youtube

Flugbegleiter Bernd Löwisch: Die Sicherheitsansage auf einem Flug von Hamburg nach Nürnberg machte ihn auf Youtube populär.

DüsseldorfDer „fröhliche Franke“ hat es bereits auf fast 900.000 Video-Aufrufe gebracht: Bernd Löwisch ist spätestens seit dem Wochenende der bekannteste Flugbegleiter Deutschlands – und bei Youtube ein Star. Der Steward von Air Berlin hat einen gewaltigen Hype in den Medien und in Sozialen Netzwerken entfacht.

„Werte Fluggäste, bitte schnallen Sie sich an und achten Sie auch gleich auf die Tanzeinlage meiner Kollegin für die Sicherheitsinstruktionen“, sagt Löwisch in dem Video. Sollten Passagieren beim Start ihre Mobiltelefone nicht ausschalten, droht er im Scherz: „Zuwiderhandlungen werden mit der Wegnahme des Geräts und dem Versteigern auf Ebay bestraft.“

Auch am Montag bekommt Löwisch damit viel Zuspruch. Nur eine kommt schlecht weg: die Fluggesellschaft Air Berlin. Die kriselnde Airline hatte sich Ende der vergangenen Woche nicht gerade erfreut über die Unterhaltungseinlage ihres Flugbegleiters gezeigt. Man freue sich sehr, wenn Flugbegleiter bei Gästen in positiver Erinnerung bleiben, teilte Air Berlin bei Facebook mit. Aber: „Flugbegleiter sind vorrangig für die Sicherheit und das Wohlergehen der Passagiere an Bord verantwortlich.“

Air Berlin wies auf die rechtlich geprüften und standardisierten Sicherheitsansagen vor jedem Abflug hin. Die Ernsthaftigkeit dürfe nicht von der Rolle des Gastgebers verdrängt werden, hieß es in einem Pressestatement. Vor diesem Hintergrund sei ein Gespräch mit Löwisch geführt worden, der aber auf jeden Fall seinen Arbeitsplatz behalte.

Jedoch soll der Steward, der für den Air-Berlin-Zubringer Luftfahrtgesellschaft Walter tätig ist, eine Abmahnung erhalten haben, die dann wieder zurückgenommen wurde. Darüber berichteten mehrere Medien und die Löwisch-Fanseite „Flugbegleiter mit Herz“, die es mittlerweile auf über 10.000 „Likes“ bei Facebook bringt. Air Berlin nahm dazu auf Anfrage von Handelsblatt Online mit Verweis auf Unternehmensinterna keine Stellung.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 15:00 Uhr

Bei den Sicherheitshinweisen wären zwei, drei ernsthafte Sätze der kurzweiligen Begrüßung der Passagiere sicherlich zuträglich gewesen.
Mechaniker können aber auch echt Spaß machen, von daher don't panic ;-):

eine Auswahl von Übersetzungen echter Eintragungen von Quantaspiloten und Mechaniker im Check-Buch der Flieger:

Pilot: Hinweis auf undichte Stelle an der rechten Seite.
Mechaniker: Hinweis entfernt.

Pilot: DME ist unglaublich laut.
Mechaniker: DME auf glaubwürdigere Lautstärke eingestellt.

Pilot: IFF funktioniert nicht.
Mechaniker: IFF funktioniert nie, wenn es ausgeschaltet ist.

Pilot: Vermute Sprung in der Scheibe.
Mechaniker: Vermute, Sie haben recht.

Pilot: Antrieb 3 fehlt.
Mechaniker: Antrieb 3 nach kurzer Suche an der rechten Tragfläche gefunden.

Pilot: Flugzeug fliegt komisch.
Mechaniker: Flugzeug ermahnt, ernst zu sein und anständig zu fliegen.

Account gelöscht!

02.06.2014, 15:19 Uhr

Man kann diese Sicherheitsvideos auch "lustig" gestalten, wie Condor und Air NewZealand es bereits gezeigt haben. Dann gucken die Leute auch hin! Bei diesen Vorführungen der FlugbegleiterInnen oder den Standardfilmchen ist doch jede Mühe vergebens. Und ein lustiger Spruch vorweg weckt wohl mehr Aufmerksamkeit für den wichtigen Teil als das ewig gleiche Abspulen.

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