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13.02.2017

13:03 Uhr

Mit Wizz Air nach Sofia

Der nächste Billigflieger steuert Frankfurt an

VonJens Koenen

Erst hat Ryanair die Lufthansa-Heimatbasis Frankfurt als neues Ziel auserkoren, jetzt zieht ein weiterer Billigflieger nach: Wizz Air will ab dem Sommer nach Sofia fliegen. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

Nach Ryanair wagt sich die nächste Billigfluglinie an den Lufthansa-Heimatflughafen Frankfurt. Wizz Air

Wizz Air

Nach Ryanair wagt sich die nächste Billigfluglinie an den Lufthansa-Heimatflughafen Frankfurt.

FrankfurtStefan Schulte wird sich freuen. Der Chef des Flughafenbetreibers Fraport will den Anteil der Billig-Airlines am größten Flughafen Deutschlands Frankfurt am Main von vier auf zehn Prozent steigern. Und er kommt seinem Ziel langsam näher. Nachdem Ende vergangenen Jahres die irische Ryanair angekündigt hat, ab März in Frankfurt starten und landen zu wollen, folgt nun offenbar im Sommer die ungarische Wizz Air. Die Rede ist unter anderem von Verbindungen in die bulgarische Hauptstadt Sofia. Details will George Michalopoulos, Chief Commercial Officer der Airline, am Dienstag in Frankfurt bekanntgeben.

Der Schritt überrascht nicht. Wizz Air hat eine starke Expansion angekündigt. Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zählt die größte ungarische Fluggesellschaft zu denjenigen Anbietern, die die Zahl ihrer Starts und Landungen in Deutschland im kommenden Sommer am stärksten ausweiten will. So erwartet das DLR etwa für Juli ein Plus von 28,5 Prozent auf dann 919 Starts.

Ryanair, Wizz Air, Norwegian: Die Billigflieger erobern die letzten Bastionen

Ryanair, Wizz Air, Norwegian

Die Billigflieger erobern die letzten Bastionen

Die Expansion der Billigflieger geht ungebremst weiter. Die letzten Flughäfen, an denen es bislang kaum Angebote gab, werden jetzt erobert. Und auch Schnäppchenflüge über den Atlantik könnten sehr bald Realität werden.

Wizz Air wurde 2003 von Jozsef Varadi, ehemaliger Chef der einst größten ungarischen Airline Malev, in London gegründet. Heute sitzt die Airline, die nach der Pleite von Malev zum größten ungarischen Anbieter aufgestiegen ist, in Budapest. Sie betreibt aktuell gut 70 Flugzeuge, rund 140 weitere Maschinen sind bereits bestellt.

Wie Ryanair ist auch Wizz Air zunächst mit der Strategie gestartet, überwiegend kleinere Flughäfen in der Nähe von Metropolen anzusteuern. Der Grund: Große Drehkreuze haben in der Regel nicht nur hohe Gebühren, die Abfertigung von Passagieren und Gepäck ist komplex und aufwendig, weil sie auf Umsteiger ausgerichtet ist. Billiganbieter wie Ryanair oder Wizz Air fliegen aber im sogenannten Punkt-zu-Punkt-Verkehr, die Flugzeuge bringen Passagiere lediglich von einem Punkt zum anderen.

Doch das von Ryanair und Wizz Air geplante starke Wachstum ist alleine an solchen Neben-Flughäfen nicht mehr möglich. Deshalb rücken zunehmend auch große Drehkreuze ins Visier der Billig-Anbieter. Große Flughäfen wie etwa Frankfurt am Main können ihrerseits die Wachstumspläne immer weniger alleine mit den etablierten Netz-Airlines realisieren.

Zum einen haben diese Airlines ihr Angebot angesichts dürftiger Margen in den zurückliegenden Jahren stark ausgedünnt, beziehungsweise wachsen in ihren Kernmarken, wie etwa Lufthansa Classic, kaum noch. Zum anderen spüren die Flughafen-Chefs auch an den großen Drehkreuzen eine steigende Nachfrage nach Billig-Tickets. „Diesen Trend können wir nicht ignorieren“, sagt Fraport-Chef Schulte.

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