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04.05.2011

11:19 Uhr

Mitgliederschwund

Krankenkasse City BKK ist pleite

Vondapd

Erstmals seit Einführung des Gesundheitsfonds wird eine Krankenkasse geschlossen: Berliner City BKK muss aufgeben. Das weckt böse Befürchtungen.

Kunden hatte die City BKK am Ende zu wenige. Quelle: dapd

Kunden hatte die City BKK am Ende zu wenige.

BerlinDie Berliner City BKK muss wegen chronischer Finanzprobleme und Mitgliederschwunds zum 1. Juli dicht machen. Dies teilte das Bundesversicherungsamt in Bonn als Aufsichtsbehörde der Krankenkassen mit. Die Entscheidung sei unvermeidlich, weil die Kasse auf Dauer nicht leistungsfähig sei. Die 168.000 Versicherten der Kasse müssten sich aber keine Sorgen machen. Ihre Leistungen seien sicher, erklärte BVA-Chef Maximilian Gaßner.

„Ein von der City BKK vorgelegtes Sanierungskonzept hat insbesondere wegen der außerordentlich hohen Mitgliederabgänge im ersten Quartal 2011 leider nicht den erhofften Erfolg gebracht“, fügte er hinzu. Die finanziellen Probleme der City BKK seien nicht auf den Gesundheitsfonds zurückzuführen. Vielmehr habe sie bereits vorher wegen „weit überdurchnittlicher Leistungsausgaben“ große Schwierigkeiten gehabt und habe von anderen Betriebskrankenkassen gestützt werden müssen.

Die City BKK gilt seit Jahren als Sanierungsfall. Die einstige BKK Berlin des Landes hatte versucht, sich durch mehrere Fusionen mit anderen Betriebskrankenkassen zu stabilisieren - allerdings ohne Erfolg. Wegen ihrer Finanzprobleme musste sie einen Zusatzbeitrag von 15 Euro monatlich nehmen. Deshalb liefen ihr zuletzt die Mitglieder davon.

Gaßner betonte: „Die Mitglieder der City BKK müssen sich wegen der Schließung keine Sorgen machen.“ Sie hätten nun ausreichend Zeit, in eine andere gesetzliche Krankenkasse ihrer Wahl zu wechseln. Diese müsse sie unabhängig von Alter oder Krankheit aufnehmen. Auch die Forderungen von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken seien gesichert. In einem „Abwicklungsstadium“ nach der Schließung bestehe sie rechtlich so lange fort, bis alles erledigt sei.

Der BKK-Bundesverband und der zuständige Landesverband würden den Prozess der Abwicklung begleiten und unterstützen. „Das BVA wird dabei die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben streng überwachen“, fügte Gaßner an.

Kommentare (3)

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kaielves

04.05.2011, 12:04 Uhr

So ein Pech!

Da gehen jede Menge Pöstchen und Pfründe für unsere korrupte Schmierschicht verloren!

Account gelöscht!

04.05.2011, 15:19 Uhr

Da in Deuschland jeder krank ist, gibt es die "Pflichtversicherung", die dafür sorgt, dass die Ärzte , die sich liebevoll um die "Kranken" kümmern , finanziell gut versorgt werden. Je mehr Kranke umso besser geht es dem Arzt, aber umso schlechter der Krankenkasse. Schlimmstenfalls geht so eine Kasse pleite. Man sollte das System dahingehend ändern, dass nicht "alle Krank" sind. Dann würden nämlich Ärzte (diejenigen, die viel und schlecht behandeln und dafür noch vom System belohnt werden) pleite gehen und nicht die KRANKENKASSEN.

reisigma

07.05.2011, 10:15 Uhr

Das hört sich ja super an. Für die Versicherten kein Problem, aber was ist mit den dortigen Mitarbeitern. Meine Schwester arbeitet in dieser Kasse. Das Bundesversicherungsamt will die einhaltung der Gesetze streng überwachen. Das gilt aber wohl nicht für die Arbeitsgesetze. Die Mitarbeiter werden alle zum 01.07.2011 auf die straße gesetzt. Egal wie die Arbeitsverträge und die gesetztlichen Kündigungsfristen aussehen. Ist das Fair? Selbst die Schwerbehinderten Mitarbeiter werden ohne Anhörung des Inte´grationsamtes einfach gekündigt. So sieht also Rechtsstaatlichkeit aus. Jeder einzelne muss jetzt zum Gericht und sich sein Recht auf wenigstens die Kündigungsfristen erstreiten.
Die Kosten für die vielen Prozesse, die bestimmt verloren werden kommen dann noch zu den Schließungskosten dazu!!

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