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02.07.2012

16:12 Uhr

Mobiles Bezahlen

Telekom und Mastercard schmieden Zahl-Allianz

Die Deutsche Telekom und der Finanzdienstleister Mastercard gehen eine strategische Partnerschaft ein: An 33 Millionen Mastercard-Stellen können Nutzer dann mit Handy zahlen. Das System verspricht besondere Sicherheit.

Bezahlen mit dem Handy - langsam soll Schwung in die Idee kommen. dapd

Bezahlen mit dem Handy - langsam soll Schwung in die Idee kommen.

BerlinDie Deutsche Telekom will in Kooperation mit Mastercard noch in diesem Jahr ein System zum mobilen Bezahlen in Deutschland auf den Markt bringen. Nutzer sollen mit ihrem Handy an weltweit mehr als 33 Millionen Mastercard-Akzeptanzstellen bezahlen können.

„Wir reden jetzt seit rund zehn Jahren über das mobile Bezahlen mit dem Handy“, sagte Telekom-Manager Thomas Kiessling am Montag in Berlin. „Jetzt entsteht der Markt.“ Nach Schätzungen der Telekom werden bis 2016 mehr als 30 Prozent aller Transaktionen kontaktlos über das Smartphone erfolgen.

Mobiles Bezahlen

Wie funktioniert die Mastercard im Smartphone?

Bei dem neuen Kreditkartenangebot von Telekom und Mastercard sind alle Kartendaten auf der SIM-Karte des Telefons untergebracht. Als Übertragungsweg nutzt die Lösung die Nahfunktechnik NFC (Near Field Communication). Damit muss das Handy nur an ein NFC-Terminal gehalten werden, um die Transaktionsdaten zu übermitteln. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und über die Telekom-Tochter ClickandBuy verwaltet, die eine eigene Banklizenz besitzt.

Wann ist die Mastercard über die Telekom verfügbar?

Die Telekom will ein komplettes Ökosystem für das bargeldlose Bezahlen mit dem Handy in Europa auf den Weg bringen. Die Kooperation mit Mastercard ist dafür ein wichtiger Baustein. Noch in diesem Jahr soll die Mastercard in Deutschland über die Telekom in den Handel kommen. Einen genauen Termin gaben die Partner bislang aber noch nicht bekannt. Für das erste Halbjahr 2013 sind dann weitere Funktionen, etwa das Buchen von Konzerttickets oder Bahnfahrkarten mit Hilfe der mobilen Brieftasche geplant.

Kann ich die Mastercard-SIM nutzen, wenn mein Handy kein NFC unterstützt?

Inzwischen gibt es bereits eine Reihe von Smartphones auch in Deutschland, die die Nahfunktechnologie NFC unterstützt. Für Kunden, deren Gerät NFC nicht unterstützt, will die Telekom eine Lösung zum Nachrüsten anbieten, so dass sich an NFC-Terminals Transaktionen tätigen lassen. Alternativ lässt sich aber auch mit der Plastikkarte bezahlen.

Wie sicher ist das mobile Bezahlen?

Nach Angaben der Telekom bietet die Kreditkartenlösung mit Mastercard direkt auf der SIM-Karte gegenüber anderen Lösungen, die über eine App funktionieren, einen sicheren Übertragungsweg. Anders als bei der normalen Kreditkarte muss der Nutzer das Smartphone beim Bezahlen auch nicht mehr aus der Hand geben - und läuft damit nicht Gefahr, dass die Kartendaten heimlich kopiert werden. Sollte das Handy tatsächlich verloren gehen, gebe es dennoch einige Sicherheitsvorteile gegenüber der normalen Geldbörse, erklärte Telekom-Manager Thomas Kiessling: Der Nutzer müsse nur noch eine einzige Telefonnummer anrufen, um alle Bezahlwege sperren zu lassen.

Die strategische Partnerschaft solle Basis einer europaweiten Zusammenarbeit sein, um das mobile Bezahlen voranzubringen, teilten die Unternehmen mit. In weiteren europäischen Ländern werde die Bezahlmöglichkeit sukzessive in den nächsten Jahren eingeführt.

Gegen die Konkurrenz etwa durch den Internet-Konzern Google, der in den USA mit Google Wallet eine mobile Geldbörse anbietet und ebenfalls Partner von Mastercard ist, will die Telekom ihre lokale Präsenz in Europa ausspielen. Und über die Tochter ClickAndBuy verfügt das Unternehmen über eine eigene Bank-Lizenz und ist damit unabhängig von etwaigen Partner-Banken.

Noch in diesem Jahr will die Telekom erste SIM-Karten vermarkten, die die Mastercard-Funktion über die Nahfunk-Technologie NFC (Near Field Communication) nutzen. „Das Bezahlen ist damit sehr einfach und funktioniert überall auf der Welt“, sagte Ann Cairns, Managerin bei Mastercard.

Dabei wird die Transaktion berührungslos vom Handy an ein NFC-Terminal übermittelt. Die Verankerung auf der SIM-Karte soll das Bezahlen besonders sicher und für den Kunden transparent machen. Anders als bei normalen Bank-Abrechnungen von Kreditkarten erhält der Nutzer bei jeder Transaktion sofort eine SMS als Bestätigung.

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