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24.11.2011

09:49 Uhr

Mobilfunk

Telekom zieht Verkaufsantrag für US-Tochter zurück

Rückschlag für die Deutsche Telekom. Das Unternehmen zieht den Verkaufsantrag der US-Tochter bei der Telekommunikationsaufsicht FCC zurück. Eigentlich wollte sich die Telekom schnellstens von der Sparte trennen.

Über der Telekom ziehen dunkle Wolken auf. dpa

Über der Telekom ziehen dunkle Wolken auf.

Washington/FrankfurtErneuter Rückschlag für Telekom-Chef Rene Obermann: Der geplante Verkauf der US-Tochter T-Mobile USA der Deutschen Telekom an AT&T zieht sich in die Länge. Die Anträge bei der US-Telekommunikationsaufsicht FCC für die 39 Milliarden Dollar schwere Transaktion seien zurückgezogen worden, teilte der US-Konzern und die Deutsche Telekom am Donnerstag mit. Die FCC hat Bedenken gegen den 39 Milliarden Dollar schweren Verkauf des US-Mobilfunkgeschäfts an AT&T und hatte am Dienstag eine strengere Prüfung des Vorhabens angeordnet.

Kommentar: Obermanns Schicksal liegt in der Hand der Justiz   

Kommentar

Obermanns Schicksal liegt in der Hand der Justiz  

Die amerikanischen Aufsichtsbehörden mauern, deshalb legen Telekom und AT&T ihren geplanten Deal vorerst auf Eis. Telekom-Chef Obermann setzt jetzt alles auf eine Karte - ein äußerst riskanter Schachzug.

Auf lange Sicht halten die beiden Konzerne nach Angaben von AT&T an dem geplanten Deal fest. Demnach konzentrieren sie sich darauf, zunächst die Zustimmung des Justizministeriums zu erhalten. Das US-Justizministerium hatte im August Klage gegen die Fusion der Nummer zwei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt eingereicht. AT&T rechnet wegen des ungewissen Ausgangs der Transaktion im vierten Quartal mit Belastungen von vier Milliarden Dollar.

Die Hürden für den geplanten Deal sind hoch: Denn das US-Justizministerium hat wegen kartellrechtlicher Bedenken bereits dagegen geklagt. Die Bonner sind enttäuscht. Die Entscheidung der FCC berücksichtige nicht die klaren Vorteile, die sich durch die Transaktion für den US-Mobilfunkmarkt und die gesamte Volkswirtschaft ergeben würden, hatte ein Telekom-Sprecher unlängst gesagt. Auch AT&T hatte die Einschätzung der FCC als enttäuschend bezeichnet. Jetzt liegen die Konsequenzen auf dem Tisch.

Nach Auffassung der US-Telekommunikationsaufsicht würde die Übernahme von T-Mobile USA durch den US-Telekomkonzern zu einem erheblichen Abbau von Wettbewerb und Arbeitsplätzen in den USA führen. Wie FCC-Chef Julius Genachowski an die Kommissare seiner Behörde schrieb, soll nun eine eingehende Prüfung mit Anhörung der Unternehmen erfolgen. Die FCC bezweifelt zudem, dass AT&T den neuen Mobilfunkstandard 4G nach der Übernahme von T-Mobile USA schneller ausbauen würde.

Kommentare (3)

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ethics

24.11.2011, 10:23 Uhr

Der Deal zwischen Telekom und AT&T wird wohl nicht mehr zustande kommen.

Es bestehe aber wohl eine Chance, T-Mobile USA an China Mobile zu verkaufen. Vielleicht weiss man dazu schon in 2Q/2012 mehr.

abbc

24.11.2011, 10:52 Uhr

Wie soll denn das bitte mit China mobile gehen?
Nachdem es für ausländische Firmen nicht möglich ist auf dem chinesischen Mobilfunktmart zu investieren, wäre es ja noch schöner wenn China im Ausland mitmischen könnte.

Pupsi

24.11.2011, 11:08 Uhr

Auch hier würde das US-Justizministerium mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klagen bzw. dem Deal nicht zustimmen, da nationale Sicherheitsbedenken (Industriespionage etc.) bestünden. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Im Sinne von Apollo 13: "Bonn - We have a problem".

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