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20.07.2011

22:31 Uhr

Mobilfunkbranche

Verkauf von T-Mobile USA wird zur Zitterpartie

Die Telekom will ihre US-Tochter an AT&T verkaufen, doch in den USA wächst der Widerstand gegen den Deal: Kritiker fürchten weniger Wettbewerb und steigende Preise - das Geschäft könnte in letzter Minute scheitern.

Die mögliche Fusion von T-Mobile USA und AT&T ruft immer mehr Kritik hervor. Quelle: dpa

Die mögliche Fusion von T-Mobile USA und AT&T ruft immer mehr Kritik hervor.

Washington/New YorkDer milliardenschwere Verkauf von T-Mobile USA an den großen Rivalen AT&T wird zur Zitterpartie. In mehreren US-Bundesstaaten und in Washington formiert sich der Widerstand - weil von aktuell vier landesweiten Mobilfunkanbietern nur noch drei übrig blieben. Die Sorge ist, dass die Preise steigen und der Service abnimmt.

Am Mittwoch hat ein einflussreicher Senator die Kartellbehörden aufgerufen, das Geschäft zu untersagen. Der Mobilfunkmarkt habe bereits heute nur wenige Spieler, schrieb Herb Kohl an den zuständigen Netzregulierer FCC und das ebenfalls zuständige Justizministerium. Mit dem Zusammenschluss würde der Wettbewerb weiter leiden und am Ende würden die Konsumenten geschädigt.

Kohl sitzt einem Wettbewerbsausschuss des Senats vor, der im Mai eine Anhörung zu dem Thema abgehalten hatte. Damals hatten AT&T-Chef Randall Stephenson und der Chef von T-Mobile USA, Philipp Humm, die Sorgen zu zerstreuen versucht. AT&T verspricht einen zügigen Ausbau des in vielen Teilen des Landes lückenhaften Mobilfunknetzes.

Die Deutsche Telekom hatte im März verkündet, ihre wenig erfolgreiche US-Mobilfunktochter für 39 Milliarden Dollar an AT&T zu verkaufen und sich im Gegenzug an dem US-Konzern zu beteiligen. Vor allem der kleinere Mobilfunk-Rivale Sprint Nextel läuft gegen das Geschäft Sturm, weil er fürchtet, zwischen AT&T und dem zweiten großen Telekomkonzern Verizon zerrieben zu werden.

Sowohl die Telekom als auch AT&T haben sich auf einen langen Gang durch die Instanzen der US-Wettbewerbsbehörden eingestellt. Ihrer Schätzung nach wird es bis zum März kommenden Jahres dauern, bis die Genehmigung vorliegt. Beide Seiten rechnen aber unbeirrt mit einem Ja der zuständigen Stellen.

Auch Konkurrent Verizon rechnet mit der Genehmigung durch die Behörden. Die Fusion sei für AT&T wahrscheinlich notwendig gewesen, sagte der designierte Verizon-Chef Lowell McAdam am Mittwoch auf einer Konferenz. AT&T brauche mehr Mobilfunkfrequenzen. Für ihn sei nur überraschend, dass der Zusammenschluss nicht schon früher gekommen sei, sagte McAdam, der bei Verizon derzeit noch Vorstand für das operative Geschäft ist.

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