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12.10.2017

16:04 Uhr

Mobilitätsdienste in Indien

Ubers härtester Konkurrent rüstet auf

VonFrederic Spohr

Die Taxi-App Ola macht Uber in Indien das Leben schwer. Jetzt hat der lokale Konkurrent mit Hilfe aus Japan und China auch noch seine Kriegskasse aufgefüllt. Droht Uber eine Niederlage wie in China?

Asiatische Konkurrenten wie Didi Kuaidi aus China oder Ola aus Indien fordern den US-Konkurrenten Uber heraus. Reuters, Sascha Rheker

Konkurrent für den Platzhirsch

Asiatische Konkurrenten wie Didi Kuaidi aus China oder Ola aus Indien fordern den US-Konkurrenten Uber heraus.

BangkokWenn Bhavish Aggarwal über seine Arbeit spricht, zieht manchmal eine Parallele zur Militärhistorie. Für den Gründer der indischen Taxi-App Ola ist der harte Wettbewerb mit dem amerikanischen Start-up Uber “wie der Vietnam-Krieg”. Aggarwal sieht sich dabei in der Rolle der Vietcongs. “Wir werden wie lokale Guerillas sein, die an jeder Ecke lauern werden”, drohte er den Amerikanern schon einmal.

Nun hat Aggarwal die Kriegskasse seines Unternehmens noch einmal kräftig aufgefüllt. Wie Ola mitteilte, hat das Unternehmen bei einer Finanzierungsrunde 1,1 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Zu den Investoren zählen der chinesische Internetkonzern Tencent und das japanische Telekommunikationsunternehmen Softbank. Das ist nicht alles: Das Unternehmen rechnet damit, dass es schon bald eine weitere Finanzierungsrunde mit einer weiteren Milliarde US-Dollar abschließen kann.

Mit der frischen Finanzspritze dürfe Ola dem weit größeren Uber auf dessen wichtigsten Auslandsmarkt noch gefährlicher werden. Nur in Amerika hat Uber noch mehr Kunden, und der indische Markt wächst rasant. Allein im vergangenen Jahr hat er sich laut der Unternehmensberatung Red Seer vervierfacht. Dennoch sind die Geschäfte für die Amerikaner auf dem Subkontinent alles andere als einfach. Denn der lokale Wettbewerber Ola hat sich als gefährlicher Gegner erwiesen.

Analysten sehen das lokale Start-up, das bereits drei Jahre vor dem Eintritt Ubers startete, als Marktführer. Öffentliche Umsatzzahlen melden die Unternehmen nicht. Doch Ola ist bereits in mehr als 100 indischen Städten vertreten, Uber bietet seinen Service nur in etwa 30 an. Klar ist nur, dass es ein erbarmungsloser Zweikampf ist: Schätzungen gehen davon aus, dass beide Unternehmen insgesamt rund 95 Prozent Marktanteil haben.

Aber muss erst noch beweisen, dass sich auch in exotischen aber wachstumsstarken Märkten durchsetzen kann: Wie es sich anfühlt, von einem lokalen Wettbewerber ausgestochen zu werden, musste Uber bereits in China erleben. Nachdem die Amerikaner mehr als eine Milliarde verbrannt hatten, verkauften sie vergangenes Jahr ihr China-Geschäft an den übermächtig gewordenen Konkurrenten Didi. Der heimische Wettbewerber verstand die Eigenheiten des chinesischen Marktes deutlich besser.

Trotzig kündigte Uber nach der Niederlage in Fernost an, sich von nun an stärker auf andere Schwellenländer zu konzentrieren – insbesondere auf den Subkontinent. Doch wenn die Amerikaner nicht aufpassen, könnte ihnen hier ähnliches wie in China widerfahren.

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