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23.03.2006

10:32 Uhr

Modebranche

Versace liebäugelt mit Börsengang

Das italienische Modehaus Gianni Versace erwägt, an die Börse zu gehen. „Ein Börsengang war Giannis Traum“, sagte Donatella Versace, Kreativ-Chefin und Schwester des Gründers Gianni, der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wir arbeiten hart daran, unabhängig zu sein. Wir halten nicht nach Partnern Ausschau“, begründete sie den Plan.

kk MAILAND. Das Mailänder Unternehmen wäre einer der wenigen italienischen Modehersteller, die den Schritt auf das Parkett wagen. Bisher sind nur Valentino (Marzotto), Gucci (PPR-Gruppe) und Mariella Burani börsennotiert. Sogar der deutlich größere Konkurrent Giorgio Armani ist noch immer in privater Hand. Donatella Versace hält 20 Prozent am Konzern, ihr Bruder Santo 30. Donatellas Tochter Allegra hat 50 Prozent der Anteile von ihrem Onkel geerbt.

Versace ist in eine tiefe Krise geschlittert, als Gründer Gianni Versace 1999 in Miami ermordet wurde. Er hatte das Unternehmen 1978 gegründet. Nach seinem Tod gingen die Umsätze drastisch zurück, und die Modemarke fuhr herbe Verluste ein. Um den Schaden zu begrenzen, hat der Konzern den externen Manager Giancarlo Di Risio als Vorstandsvorsitzenden geholt. Unter seiner Führung hat Versace einzelne Geschäftsbereiche verkauft. Di Risio hat unter anderem die Brillen- und Parfümsparte veräußert und durch Lizenzverträge ersetzt. Nach einer zweijährigen Restrukturierung will Versace im Jahr 2007 wieder Gewinne machen. Im vergangenen Jahr lag der Verlust noch bei 15 Mill. Euro; die Schulden betrugen 20 Mill. Euro.

Versace ist eine starke Marke geblieben. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts ACNielsen liegt Versace nach Armani und Gucci auf dem dritten Platz der am meisten bewunderten Modemarken. Wachstumspotenzial sehen die Italiener vor allem in Asien, wo Versace in Tokio und Hong Kong Läden eröffnen will.

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