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12.10.2016

13:00 Uhr

Modefirma

Herrenausstatter Ahlers verdient dank Sparkurs mehr

VonGeorg Weishaupt

Textilunternehmen wie Gerry Weber leiden unter Rabattschlachten in der Branche. Auch Ahlers hat mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Dank Kostensenkungen verdient der Herrenausstatter aber mehr – vor allem in Russland.

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Darum gehen viele Traditionsfirmen pleite

Insolvenzverfahren: Darum gehen viele Traditionsfirmen pleite

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DüsseldorfInsolvenzen, rote Zahlen und Entlassungen – die Modebranche geht gerade durch schwere Zeiten. Da ist es schon eine Erfolgsmeldung, wenn der Umsatz nur wenig sinkt und der Gewinn sogar steigt – wie bei der Ahlers-Gruppe: Die Modegruppe mit Marken wie „Pierre Cardin“ steigerte ihr Ergebnis vor Ertragsteuern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 um fast zwölf Prozent auf 7,5 Millionen Euro. Der Umsatz ging nur leicht um 1,5 Prozent auf gut 184 Millionen Euro zurück.

Die Strategie der Modegruppe aus dem westfälischen Herford geht auf. Sie setzt noch konsequenter als bisher auf ihre Premiummarken wie „Baldessarini“, „Otto Kern“ und „Pierre Cardin“. Mit diesen Marken und mit ihrer Jeans-Marke „Pioneer“ steigerte die Ahlers-Gruppe ihren Umsatz um 2,4 Prozent.

Das börsennotierte Unternehmen, das mehrheitlich der Vorstandschefin Stella Ahlers gehört, hat sich in den vergangenen Jahren konsequent von seinem unprofitablen Geschäft getrennt. Dazu zählten zuletzt die Marke Gin Tonic sowie die Produktion für Handelsmarken.

Mit den verbliebenen Modelinien versucht sich Ahlers von den vielen Konkurrenten abzusetzen, die sich im mittleren Preissegment des Marktes bewegen. Denn dort herrscht ein harter Verdrängungswettbewerb und Preiskampf. Marken wie S.Oliver haben es schwer, sich gegenüber den großen Filialisten wie der spanischen Inditex-Gruppe („Zara“, „Massimo Dutti“) und Billiganbietern wie der irischen Kette Primark zu behaupten.

Außerdem hat sich Stella Ahlers nicht von der Filialisierungs-Euphorie der vergangenen Jahre hinreißen lassen. Viele Konkurrenten wie Gerry Weber haben immer mehr eigene Läden eröffnet – zu viele, wie sich inzwischen herausstellt. Nun müssen die lange erfolgreichen Ostwestfalen unprofitable Läden schließen.

„Wir fokussieren uns unverändert auf das Wholesale-Geschäft mit dem Einzelhandel“, sagte Vorstandschefin Stella Ahlers. So eröffnete sie im laufenden Geschäftsjahr in Deutschland 71 und im Ausland 25 Flächen bei Handelspartnern.

Auch im schwierigen Russlandgeschäft zeichnet sich eine Trendwende ab. So konnte Ahlers in den ersten drei Quartalen 6,6 Prozent mehr Männermode von „Pierre Cardin“ und „Baldessarini“ in der Ukraine und Russland verkaufen als im Vorjahr. Bei vielen Modefirmen war dieses wichtige Auslandsgeschäft in den vergangenen Jahren wegen Wirtschaftssanktionen und schlechter Konjunktur eingebrochen.

Kommentare (1)

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12.10.2016, 13:56 Uhr

Natürlich verdient er in Russland mehr, denn dort ist die Welt noch in Ordnung.
Der lupenreine Demokrat weiß eben wie es geht. Wird Zeit das Trump ans Ruder kommt.

!Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.!

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