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20.02.2014

20:41 Uhr

Modehersteller

Strenesse-Gläubiger genehmigen Sanierungsplan

Der Modehersteller Strenesse ist in den vergangenen Jahrzehnten international bis ganz oben aufgestiegen – doch jetzt fehlt ihm das Geld. Die Zukunft liegt in der Hand der Gläubiger – und die verzichten sogar auf Geld.

Strenesse-Filiale in München: Das Modehaus schaffte es mit seiner Designermode von Schwaben aus auf die Laufstege der Fashionwelt. dpa

Strenesse-Filiale in München: Das Modehaus schaffte es mit seiner Designermode von Schwaben aus auf die Laufstege der Fashionwelt.

NördlingenDie Gläubiger der angeschlagenen Strenesse AG haben nach langen Verhandlungen ein Sanierungskonzept und einen Zahlungsaufschub des Modeherstellers befürwortet. Strenesse hat damit drei Jahre länger Zeit, den Anlegern das Geld einer zwölf Millionen Euro umfassenden Schuldverschreibung zurückzuzahlen. Nach etwa neun Stunden genehmigten die Gläubiger am Donnerstagabend das Konzept des Strenesse-Vorstands mehrheitlich, wie Firmenchef Luca Strehle sagte. Die einzelnen Punkte hätten mindestens 95 Prozent Zustimmung erhalten. Strenesse kann die eigentlich im März fällige Anleihe derzeit nicht zurückzahlen. Bis zum Jahr 2017 will der international bekannte Designmode-Anbieter einen Sanierungsplan umsetzen.

Zuvor hatten sich die Gläubiger umfassend über das Sanierungskonzept des angeschlagenen Modeherstellers informieren lassen. Bei der Gläubigerversammlung am verlangten die Kreditgeber zunächst zu rund 60 Detailfragen Auskunft vom Strenesse-Vorstand.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wurde die mit neun Prozent verzinste Anleihe in einer Stückelung zu je 1000 Euro vor einem Jahr zunächst an institutionelle Anleger abgegeben. Mittlerweile werden die Papiere allerdings an der Börse frei gehandelt, so dass auch Privatanleger zu den Gläubigern zählen. Der Wert der Anleihe ist in den vergangenen Wochen abgestürzt und liegt aktuell um die 60 Prozent, also bei rund 600 Euro.

Das Modehaus, das es in der Vergangenheit mit seiner Designermode von Schwaben aus auf die Laufstege der Fashionwelt schaffte, hat rund 400 Mitarbeiter, etwas mehr als die Hälfte davon in Nördlingen. Das Unternehmen befindet sich noch immer im Besitz der Gründerfamilie Strehle, auch wenn es im Jahr 2000 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. In dritter Generation ist seit zwei Jahren Luca Strehle Vorstandschef.

Nach der letzten veröffentlichten Bilanz hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011/12 (31. Mai) bei einem Umsatz von knapp 66 Millionen Euro einen Jahresfehlbetrag von fast 1,1 Millionen Euro verbucht - der Verlust hatte sich gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2012/13 wurden noch nicht vorgelegt.

Von

dpa

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