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08.05.2012

11:43 Uhr

Modekette

Expansion belastet Gewinn von Tom Tailor

Der Betriebsgewinn der Modekette Tom Tailor sinkt in diesem Quartal um 70 Prozent. Grund sind hohe Marketing-Kosten und die Finanzierung der rasanten Expansion - unter anderem in den Wachstumsmarkt China.

Filiale der Modekette, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet. Tom Tailor

Filiale der Modekette, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet.

HamburgDie rasante Expansion und eine teure TV-Werbekampagne haben den Gewinn von Tom Tailor zu Jahresbeginn stark schrumpfen lassen. Der Betriebsgewinn (Ebitda) sank von Januar bis März um 70 Prozent auf 1,2 Millionen Euro, wie die Hamburger Modekette am Dienstag bekanntgab. Finanzchef Axel Rebien begründete dies mit Kosten für einen TV-Spot, mit dem Tom-Tailor-Kunden in seinen Online-Shop locken will. Hinzu kamen hohe Aufwendungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung im Februar.

Bereinigt um diese Effekte stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen binnen Jahresfrist um 15 Prozent auf 4,6 Millionen Euro. Hohe Werbeaufwendungen werden die Bilanz auch in den kommenden Monaten belasten. Für das Gesamtjahr veranschlagt Tom Tailor dafür 6,5 Millionen Euro. 60 Prozent davon entfielen auf das zweite Halbjahr, sagte Rebien. Gleichwohl bekräftigte das Management um Vorstandschef Dieter Holzer die Geschäftsziele. Demnach soll der Umsatz um mindestens 14 Prozent auf 470 Millionen Euro klettern. Wegen der Kosten für neue Läden, Mohöhere Marketingaufwendungen und Investitionen ins Online-Geschäft soll das bereinigte operative Ergebnis nur um sechs bis zehn Prozent auf bis zu 53 Millionen Euro steigen. Angesichts des guten Jahresauftakts ließ Holzer allerdings Raum für Hoffnung auf ein besseres Abschneiden: "Stand heute fühlen wir uns mit unserer Prognose für 2012 komfortabel", sagte er zu Reuters.

Tom Tailor-Vorstand Dieter Holzer. Tom Tailor

Tom Tailor-Vorstand Dieter Holzer.

Für den Aufbau des Geschäfts in China dämpfte Holzer die Erwartungen. "China bietet große Chancen, aber auch große Herausforderungen". Das Geschäft dort könne in einigen Jahr eine große Rolle spielen, "aber um unsere langfristigen Wachstumsziele zu erreichen, benötigen wir China nicht zwingend", erläuterte der Tom-Tailor-Chef. Das Hamburger Modehaus, das mit H&M, Zara und Esprit um die junge Kundschaft konkurriert, will in den nächsten Jahren bei einem Umsatz von 700 Millionen Euro einen Betriebsgewinn von 100 Millionen Euro im Jahr erreichen.

Auf dem Weg dahin will Tom Tailor den Ausbau der kontrollierten Flächen im In- und Ausland forcieren. So sollen im laufenden Jahr 60 bis 70 neue Läden unter eigenem Namen eröffnet und 200 bis 250 neue Flächen in Kaufhäusern mit der Mode der Marke bestückt werden. In den ersten drei Monaten kamen zehn neue Läden hinzu, so dass Tom Tailor Ende März 258 eigene Geschäfte betrieb. Den Umsatz steigerten die Hamburger im ersten Quartal um ein Fünftel auf knapp 104 Millionen Euro.

Von

rtr

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