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07.12.2011

15:45 Uhr

Modekette Primark

Billig-Kult-Marke greift H&M und Zara an

VonAnna Baumbach

Mit modischer Kleidung zum Billigpreis will die Modekette Primark den deutschen Markt aufmischen – „Look Good, Pay Less“, so das Motto der Iren. Bei jungen Modefans sorgt der Laden für fast hysterische Begeisterung.

Model von Primark: Erfolgreich mit billigen Textilien. Primark

Model von Primark: Erfolgreich mit billigen Textilien.

EssenJeans für elf Euro, Handtaschen für fünf Euro, T-Shirts für drei Euro – das sind Preise, die viele Mode-Fans zum Ausflippen bringen und den Angstschweiß auf die Stirn der Konkurrenz treiben. Mit riesigen Geschäften in bester Innenstadtlage, absoluten Billigpreisen und modischen Designs will der irische Textildiscounter Primark auch die deutsche Kundschaft erobern.

Heute eröffneten die Iren ihre bundesweit größte Filiale in der Essener Innenstadt und setzen damit ihren Angriff in Deutschland fort. Das Potenzial hierzulande ist groß: Primark zielt zwar auf dieselbe Zielgruppe wie H&M und Zara, auch die Kleidung ist ähnlich modisch, doch die Preise liegen deutlich unter denen der anderen Anbieter. „Look Good, Pay Less“ – so das Motto der Iren.

Gespart wird durch die hohen Produktionsmengen und die Produktions- und Vertriebsprozesse, so Nordeuropa-Chef Wolfgang Krogmann. „Wir geben uns auch mit etwas geringeren Margen zufrieden als unsere Konkurrenten.“ Produziert wird die Kleidung in Asien. Zulieferer in Indien und Pakistan sorgten in der Vergangenheit allerdings für unschöne Schlagzeilen. Primark kam in den Verdacht, Kinderarbeit zu unterstützen.

Das Unternehmen reagierte prompt: Die Zusammenarbeit mit den Zulieferern wurde gekündigt, stichprobenartig werden jetzt die Fabriken auf Ethik-Verstöße überprüft. Primark ist sich eines möglichen Image-Schadens bewusst. Im Internet widmet das Unternehmen eine ganze Seite seinen ethischen Grundsätzen.

Primark-Chefin O’Donoghue: „Die deutschen Kunden lieben uns“

Primark-Chefin O’Donoghue

„Die deutschen Kunden lieben uns“

Die irische Billigmodekette Primark greift in Deutschland an und eröffnet heute einen neuen Markt in Essen. Im Interview erklärt Vorstandsmitglied O’Donoghue, wie Primark in Deutschland punkten will.

Auf teure Werbung verzichtet die Firma: Mund-zu-Mund-Propaganda und das Internet erledigen die Kundengewinnung von alleine. In Hannover fieberten 10.000 Anhänger auf der Facebook-Fanseite der Filial-Eröffnung entgegen. Als Anfang November das Geschäft dann seine Türen öffnete, folgten Szenen wie bei einem Konzert eines Teenie-Schwarms: Tausende überwiegend junge Mädchen warteten stundenlang geduldig und kreischten sich die Seele aus dem Leib als die Türen aufgingen. Allein am ersten Tag kamen 20.000 Kunden in den Laden. Zwischenzeitlich fielen wegen des Ansturms die Rolltreppen aus. Vor jeder Ladenöffnung spricht Primark deshalb ein Sicherheitskonzept mit den Behörden ab.

Kommentare (5)

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Realo

07.12.2011, 17:51 Uhr

Über die Arbeitsbedingungen in den Herstellerfabriken möchte ich lieber nicht nachdenken. Das tun die verblödeten Endabnehmer ja wohl auch nicht.

Ich trage dann doch lieber einen Pulli von John Smedley und Loake-Schuhe, die werden wenigstens in Europa unter erträglichen Bedingungen produziert. Und wenn's unbedingt billig sein soll: Das geht sogar mit gutem Gewissen bei anderen Firmen. Fairtrade-Shirts gibt es mittlerweile an jeder Ecke zu erträglichen Preisen zu kaufen.

HerrKaiser

07.12.2011, 18:31 Uhr

Hatte zuerst

Billig-Kult-Marke H&M greift Zara an

gelesen

Trevor

08.07.2012, 20:27 Uhr

Primark ist deshalb so billig, weil die eigenen Angestellten schlecht bezahlt werden, hier nachzulesen:
http://news-tresor.blogspot.de/2012/06/look-good-pay-less-niedriglohne-und.html

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