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07.02.2014

08:26 Uhr

Modekonzern

Flaute in China bremst Hugo-Boss-Wachstum

Der Modekonzern Hugo Boss hat mit der Flaute in China und dem starken Euro zu kämpfen. Trotzdem will Boss stärker wachsen als die Branche. Gelingen soll das mit dem Ausbau des eigenen Markengeschäfts.

Ein Hugo Boss-Schaufenster: Die eigenen Läden sind profitabler als der Vertrieb über den Einzelhandel. Reuters

Ein Hugo Boss-Schaufenster: Die eigenen Läden sind profitabler als der Vertrieb über den Einzelhandel.

StuttgartDer Modekonzern Hugo Boss hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient und damit seine selbst gesteckten Ziele erreicht. Der bereinigte Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um sieben Prozent auf 565 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im Herbst hatte Boss eine Spanne von sechs bis acht Prozent mehr Gewinn und Umsatz in Aussicht gestellt. Im traditionell starken Schlussquartal kletterte der Gewinn um 17 Prozent auf 157 Millionen Euro. Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs äußerte sich zuversichtlich zum laufenden Jahr. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, stärker als im vergangenen Jahr zu wachsen und damit besser als unsere Branche abzuschneiden“, erklärte er.

Angesichts der Flaute in China, wo die konjunkturelle Abkühlung den Luxuskonsum bremste, erreichte das Umsatzwachstum mit sechs Prozent das untere Ende der Prognosespanne - allerdings nur währungsbereinigt. Denn die Euro-Stärke schmälerte die Einnahmen deutlich, so dass der Umsatz zum aktuellen Wechselkurs nur um vier Prozent auf 2,43 Milliarden Euro zulegte.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Der auf Herrenmode spezialisierte Konzern aus Metzingen setzt weiter auf den Ausbau eigener Markengeschäfte. Die eigenen Läden sind profitabler als der Vertrieb über den Einzelhandel, da in der Regel mehr Ware umgeschlagen wird und schneller auf Kundenwünsche reagiert werden kann. Doch muss das Modehaus hohe Anlaufkosten schultern und bleibt bei einem Abschwung auf vergleichsweise höheren Fixkosten sitzen.

Von

rtr

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