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30.09.2015

16:48 Uhr

Modekonzern macht Minus

Steilmann vor geplantem Börsengang in roten Zahlen

VonJulia Löffelholz

Das Modeunternehmen Steilmann legt durchwachsene Halbjahreszahlen vor. Doch trotz des Minus von fast 20 Millionen Euro ist der Vorstand zufrieden: Das Herbst- und Wintergeschäft wird es schon rausreißen.

Modekette für die Börse. PR

Steilmann-Präsentation

Modekette für die Börse.

Frankfurt 19,5 Millionen Euro Verlust: Die durchwachsenen Halbjahreszahlen, die die Modefirma Steilmann am Mittwoch vorlegte, dürften potentielle Aktionäre des an die Börse strebenden Unternehmens nicht gerade euphorisch stimmen. Doch Finanzvorstand Jens Brüggemann relativiert das große Minus: „Durch die saisonalen Schwankungen erzielen wir unsere größten Erträge traditionell im zweiten Halbjahr.“

Der Umsatz des Modekonzerns betrug im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 417 Millionen Euro und war damit 0,7 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftete Steilmann im Einzelhandel. Dort setzte der Konzern 315 Millionen Euro um. Die übrigen Umsätze stammen aus dem Großhandelsgeschäft.

Stolz ist Brüggemann auf das Wachstum des Unternehmens in den vergangenen sechs Monaten. So seien 52 neue Verkaufsstellen eröffnet und der Verkauf im Ausland weiter ausgebaut worden. Rund ein Viertel des Umsatzes habe man außerhalb von Deutschland erwirtschaftet. Jedoch blieb das Unternehmen auch nicht von den Einflüssen der internationalen Krisen verschont. Wegen des durch die Sanktionen geschwächten russischen Marktes sank der Umsatz im Großhandel leicht.

Der operative Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen deutlich. Durch verbesserte Bruttomargen im Großhandel konnte der Konzern ihn um 31,7 Prozent auf 7,4 Millionen Euro erhöhen.

Die Steilmann-Gruppe ist in 35 Ländern aktiv und zählt gemessen am Umsatz zu den größten Bekleidungsunternehmen Deutschlands. Das Sortiment besteht aus den konzerneigenen Modemarken Steilmann, Apanage, Kapalua und Stones sowie aus Kleidung für Fremdlabels verschiedener Einzelhändler. Zielgruppe ist vor allem die Generation der über 45-Jährigen. Die Steilmann SE ist mehrheitlich im Besitz der italienischen Familien Puller und Giazzi. Die übrigen Anteile gehören verschiedenen privaten Gesellschaftern.

Ende September gab Steilmann bekannt, an die Börse gehen zu wollen. Mit den Erlösen möchte das Unternehmen das Wachstum weiter vorantreiben. Ein Datum für den Börsengang steht noch nicht fest.

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

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