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01.12.2015

12:18 Uhr

Modemarke in der Krise

Strenesse bewegt sich auf dünnem Eis

VonGeorg Weishaupt

Die Luxusmarke Strenesse verhandelt mit möglichen Geldgebern. Eine Investorengruppe war kurz vor einem Vertragsabschluss abgesprungen. Im ersten Halbjahr lief es bei den Bayern schlechter als erwartet.

Die Luxusmarke Strenesse ist auf der Suche nach Investoren. dpa

Strenesse

Die Luxusmarke Strenesse ist auf der Suche nach Investoren.

DüsseldorfModels flanieren vorbei und lächeln. Sie tragen klassische schwarze Business-Hosen, aber auch Kleider in auffallend leuchtenden Farben. Im Düsseldorfer Showroom präsentieren sie die Herbst/Winter-Kollektion 2015/16 von Strenesse. Finanzvorstand Gerhard Geuder genießt an diesem Vormittag einen Hauch von Normalität im Modegeschäft.

Denn der Alltag bei der Luxus-Modemarke ist derzeit wenig entspannend. „Wir haben unsere Planzahlen für den Umsatz und das Ergebnis in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres nicht ganz erreicht“, sagte Geuder. Aber er bleibt optimistisch: „Wir hoffen, dass wir trotzdem für das Gesamtjahr ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern erzielen.“

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Potenzielle Investoren würden lieber optimistischere Sätze über das Unternehmen hören. Und Geuder würde diese sicher gerne sagen, denn er ist darauf angewiesen, für Strenesse bald neue Investoren zu finden. Die bayerische Modemarke hatte sich mit einer zu breiten Kollektion übernommen und war im Geschäftsjahr 2013/14 in die roten Zahlen gerutscht. Seit Mitte vergangenen Jahres läuft das sogenannte Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Es ist der Versuch, sich in Eigenregie zu sanieren.

„Es gibt mehrere neue Investoren, mit denen wir zur Zeit verhandeln“, sagte Geuder. Das seien sogenannte strategische Investoren, die also aus der Modebranche kommen, aber auch Finanzinvestoren. „Wir wollen das Unternehmen auf jeden Falls als Ganzes erhalten“, sagte der Finanzvorstand. Eigentlich wollte Geuder den Verkauf schon bis Ende des Jahres über die Bühne bringen. Doch eine Investorengruppe, zu der auch S.Oliver-Inhaber Bernd Freier gehörte, sprang in letzter Minute ab. „Der Verkaufsprozess an eine Investorengruppe rund um die Nord-Holding war schon weit gediehen“, sagte Geuder. „Es gab endverhandelte und unterschriftsreife Verträge.“

Die Familie Strehle soll diesen Deal verhindert haben, weil sie bei einem Komplettverkauf ihren Einfluss auf Strenesse komplett hätte aufgeben müssen, munkeln Brancheninsider. Doch Geuder versichert: „Die Familie ist nach wie vor bereit, alle ihre Anteile am Unternehmen abzugeben.“

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