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11.10.2011

10:13 Uhr

Modemarke Neo

Adidas will Mädchen als neue Kunden gewinnen

Um junge Mädchen zu ködern, bringt Adidas die neue Modemarke Neo nach Deutschland. Der Sportartikelhersteller macht damit etablierten Marken wie H&M und Zara Konkurrenz.

Sportartikelherstellers Adidas will junge Mädchen locken. dpa

Sportartikelherstellers Adidas will junge Mädchen locken.

MoskauDer Sportartikel-Hersteller Adidas will verstärkt junge Mädchen als Kunden gewinnen. Die neue Modemarke Neo habe in den nächsten fünf Jahren ein Umsatzpotenzial von einer Milliarde Euro, sagte Vorstandschef Herbert Hainer am Dienstag in Moskau. In China gebe es mit Handelspartnern bereits rund 1000 Neo-Läden, dazu 26 in Russland und einige in Indien. Im deutlich härter umkämpften Heimatmarkt will der Dax-Konzern in den größeren Städten zunächst zehn Stores eröffnen. Zielgruppe seien weibliche Teenies, die bisher vor allem bei H&M, Zara oder Esprit einkauften, sagte Hainer. Das Preisniveau werde unter anderen Adidas-Produkten liegen, aber deutlich über den neuen Rivalen. „Wir haben eine Testphase von zwölf Monaten vorgesehen und erwarten, dass es klappt.“ Sollte Neo in Deutschland ein Erfolg werden, sollen weltweit weitere Länden eröffnet werden.

Um die monatlichen Neo-Kollektionen schneller in die Läden zu bekommen und allgemein die Auslieferungen nach Westeuropa zu verkürzen, werde verstärkt in der Türkei und einigen anderen südosteuropäischen Ländern produziert, sagte der Firmenchef. „Wir bauen die Produktion hier weiter aus.“ Aus der Region könne Westeuropa in 48 Stunden beliefert werden, per Schiff sei Ware aus Asien dagegen oft mehr als einen Monat unterwegs.

Außerdem legen die Löhne in den asiatischen Produktionsländern schnell zu, was auch den weltgrößten Sportartikel-Hersteller Nike und den kleineren Rivalen Puma trifft. In China seien die Löhne zuletzt teilweise um 15 bis 25 Prozent angehoben worden, sagte Hainer. Dafür seien die Rohstoffkosten, etwa für Baumwolle und Polyester, in den vergangenen beiden Monaten wieder gefallen. Alles in allem würden sich die Effekte ausgleichen.

Hainer rechnet daher mit einer stabilen Rohertragsmarge im dritten Quartal 2011. Details soll es Anfang November geben. Marktführer Nike hatte von Juni bis August fast drei Punkte auf 44,3 Prozent eingebüßt. Hauptgründen waren höhere Produktionskosten und Preisnachlässe. Das werde aber kein Adidas-Trend, betonte Hainer, der für das Gesamtjahr eine Rohertragsmarge von 47,5 bis 48,0 Prozent erwartet, was etwa dem Niveau von 2010 entsprechen würde.

Punktuell habe das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach die Preise erhöhen können, was den hohen Rohstoffkosten entgegenwirke. Bei Baumwolle werde es künftig eher nach unten gehen. Die Preise für Gummi, die stark von der Autoindustrie abhängen, seien dagegen schwer einzuschätzen.

Bei der US-Tochter Reebok merkt Adidas nach dem Streit um irreführende Werbung für angeblich muskelverstärkende Schuhe noch keine Absatzdelle: „Wir haben keinen Einbruch bei den Abverkäufen.“ Die Konsumenten würden auch kaum Fragen stellen. Der Fall sei durch den Vergleich mit der US-Handelsaufsicht FTC - Reebok musste 25 Millionen Dollar zahlen - erledigt.

Der Streit drehte sich um die Kassenschlager EasyTone und RunTone. Die sogenannte Kategorie mit Toning-Schuhen - 2010 wurden acht Millionen Paar in den Handel gebracht - solle ausgebaut werden, auch weil sie Adidas gute Margen bringen und Reebok aus der Krise hole, bekräftigte Hainer. „Die Werbung haben wir umgestellt und nennen keine Prozentzahlen mehr.“ Zuvor hieß es dort, das Laufen mit den Schuhen könne die Gesäßmuskulatur um 28 Prozent stärken. Aus Sicht der FTC haben Produkttests dies aber nicht belegen können. Die gesundheitlichen Vorteile seien daher falsch dargestellt worden.

Von

rtr

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